Sendung vom 3. August 2022

'Aktenzeichen XY': Neue Hinweise zu den Missbrauchsfällen

Am Mittwoch, 3. August 2022, lief Folge 580 von 'Aktenzeichen XY... ungelöst'. Nach der Ausstrahlung der Sendung mit Rudi Cerne bekam die Polizei teils vielversprechende Hinweise.

'Aktenzeichen XY'-Moderator Rudi Cerne im Studio.
In Folge 580 von 'Aktenzeichen XY... Ungelöst' bat Rudi Cerne erneut die Zuschauer und Zuschauerinnen um Mithilfe. Foto: ZDF / Nadine Rupp

Ein Verbrechen, das fassungslos macht: Die Missbrauchsfälle an den neunjährigen Mädchen 'Marijana Krajina' und 'Stefanie M.' vor 30 Jahren haben die 'Aktenzeichen XY'-Zuschauer'innen tief bewegt. Entsprechend groß war deswegen auch die Beteiligung. Nach der Ausstrahlung des Falls in 'Aktenzeichen XY' seien zahlreiche neue Hinweise eingegangen.

'Aktenzeichen XY... ungelöst': Der Missbrauchsfall Stefanie M.

In der Folge 580 von 'Aktenzeichen XY... ungelöst' ging es um zwei Fälle von Kindesmissbrauch durch einen bisher nicht festgenommenen Täter.

Der erste Fall betrifft die neunjährige Stefanie M. (der Name wurde von der Polizei zum Schutz von Persönlichkeitsrechten geändert). Das Mädchen war am 6. Februar 1992 gegen ca. 17: 20 Uhr von der Geburtstagsfeier ihres Cousines auf dem Weg nach Hause gewesen. Stefanie war in Begleitung von zwei weiteren Kindern. Sie gingen zu Fuß, bis sie sich trennten, da ihre Häuser in unterschiedlichen Richtungen lagen.

In der Nähe ihres Wohnhauses traf Stefanie auf einen Mann in einem weißen Kastenwagen. Ihm gelang ist, das Mädchen in sein Auto zu locken und fuhr mit ihr weg aus Stefanies Wohngegend. Rund zehn Stunden später lag das Mädchen bewusstlos in der Nähe einer Landstraße (L422) in Düsseldorf-Kaiserswerth, die sich ca. 30 Kilometer von Essen entfernt befindet.

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Dort wurde Stefanie von einem oder mehreren Tätern abgelegt. Als sie wieder bei Bewusstsein war, gelang es ihr zur Landstraße zu kommen, wo sie schließlich gefunden wurde. Im Krankenhaus wurden bei dem Mädchen lebensgefährliche Verletzungen und ein sexueller Missbrauch attestiert.

Sehen Sie im Video die spektakulärsten gelösten Fälle von 'Aktenzeichen XY' (Der Artikel geht unten weiter):

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'Aktenzeichen XY... ungelöst': Mord und Missbrauch an Marijana Krajina

Der zweite Missbrauchsfall, der in 'Aktenzeichen XY... ungelöst' gezeigt wurde, passierte anderthalb Jahre nach dem Missbrauch an Stefanie M.

Auch die neunjährige Marijana Krajina wurde plötzlich vermisst und nach drei Tagen tot aufgefunden. An ihrem Körper waren Zeichen eines schweren körperlichen Missbrauchs zu erkennen.

Das Mädchen war in den Sommerferien 1993 mit ihrer Mutter aus Kroatien nach Deutschland gereist, um ihren Vater zu besuchen, der hier als Straßenbauarbeiter beschäftigt war. Ungefähr drei Wochen vor ihrem Verschwinden soll Marijana bereits zum ersten Mal auf den späteren Täter getroffen sein, als sie auf dem Altenessener Markt mit einem Freund Frisbee spielte.

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Der unbekannte Mann wollte sich mit den Marijana und ihrem Freund verabreden, es kam aber nicht zu dem Treffen. Nur wenige Tage später, am 31. August 1993 verließ Marijana Krajina am frühen Abend des 31. August 1993 die Wohnung ihres Vaters, um ihre Mutter in einem Bekleidungsgeschäft zu besuchen. Doch das Mädchen kehrte nicht wieder nach Hause zurück. Am 3. September wurde Marijanas Leiche an einem Parkplatz an der B75 zwischen Bremen und Hamburg gefunden.

'Aktenzeichen XY... ungelöst': Was zu dem Täter bekannt ist:

Folgende Hinweise zu dem Täter sind bereits bekannt:

  • Anfang der 90er-Jahre soll der Täter etwa 35 bis 40 Jahre alt gewesen sein

  • Der Täter soll grau-braun-meliertes Haar mit Geheimratsecken haben

  • Der Mann soll eine hohe Stimmlage gehabt haben

  • Es wird vermutet, dass der Mann in Essen-Altenessen wohnte oder sich dort oft aufhielt

  • Wahrscheinlich war der Täter beruflich viel unterwegs und hatte Bezugspunkte nach Düsseldorf, Essen und in den Norden Deutschlands (Hamburg und Schleswig-Holstein)

  • Der Mann soll einen weißen Kastenwagen gefahren haben, Marke wahrscheinlich Renault Rapide

  • In seinem Auto sollen nach Angaben des überlebenden Mädchens Türgriffe fehlen, auf der Ladefläche seien Farbeimer und Kissen mit verschnörkeltem Muster gewesen

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580. Folge von 'Aktenzeichen XY': Insgesamt gab es 100 Hinweise

Zum Ende von 'Aktenzeichen XY... ungelöst' gab es wie immer die Abfrage mit Alfred Hettmer. Dieser konnte erfreulicherweise berichten, dass es bereits vielversprechende Anrufe im Studio gab. Insgesamt seien laut ZDF rund 100 Hinweise eingegangen. Viele würden sich auf ähnlich gelagerte Kontaktversuche bei Kindern im selben Zeitraum beziehen. Oft sei in diesem Zusammenhang auch ein Lieferwagen genannt worden. Die Ermittler der Mordkommission in Essen würden den Hinweisen zurzeit akribisch nachgehen.         

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Sehen Sie hier weitere Informationen zu den Missbrauchsfällen:             

580. Folge von 'Aktenzeichen XY': Erste Hinweise zum Verschwinden des 69-Jährigen

In der Folge 580 von 'Aktenzeichen XY... ungelöst' ging es auch um den Fall des 69-Jährigen Harald Oehlschläger. Vor mehr als einem Jahr verschwand er spurlos aus Rodgau (Offenbach). Das Verschwinden stellt die Polizei vor ein Rätsel. Am 16. Mai 2021 hatte sich der 69-Jährige noch mit Freunden in Münster (Darmstadt-Dieburg) getroffen. Zwei Tage später, am 18. Mai sei er an einem Bankautomaten in der Nähe seiner Wohnung im Stadtteil Nieder-Roden Kontoauszüge ausdrucken gegangen. Das belegen Aufnahmen der Überwachungskamera. Auf den Bildern ist Harald in beiger Hose und Kapuzenpulli zu sehen, die Haare hatte er zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. Seine Brille hing an einem Band um seinen Hals.

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Eine halbe Stunde nach der Aufzeichnung, habe er in einem etwa hundert Meter entfernten Lebensmittelmarkt mit der EC-Karte einen Einkauf bezahlt. Vermutlich durch ihn selbst, hundertprozentig belegt sei das aber nicht, erklärte der Polizeisprecher in 'Aktenzeichen XY'. Danach sei er spurlos verschwunden.

Nach der Ausstrahlung des Falls in der Sendung 'Aktenzeichen XY... ungelöst', seien bislang wichtige Hinweise eingegangen. Die Polizei gehe laut ZDF derzeit von einem Verbrechen aus. Die Kripo Offenbach geht bereits den ersten Zuschauer*innen-Hinweisen nach.

Weitere Informationen zu dem Fall sehen Sie hier:

Es bleibt zu hoffen, dass viele der Hinweise zu einem Durchbruch führen und die vorgestellten Verbrechen bald restlos aufgeklärt werden!

TV-Tipp: Verpassen Sie keine Folge von 'Aktenzeichen XY': Alle neuen Sendetermine finden Sie hier.

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