Nervenkrankheit

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS): Ursachen, Symptome und Therapie

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine Erkrankung des zentralen und peripheren Nervensystems. Lesen Sie hier welche Ursachen und Symptome sich hinter der Krankheit verbergen.

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine Erkrankung des zentralen und peripheren Nervensystems. Foto: chrupka / iStock

Es war sicherlich ein Schock für den theoretischen Physiker Stephen Hawking (†76), als er mit nur 21 Jahren die Diagnose der Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS, erhielt. Denn die Amyotrophe Lateralsklerose ist eine schwere Krankheit des zentralen und peripheren Nervensystems, an der laut Studien pro Jahr etwa ein bis zwei Personen von 100.000 Personen weltweit erkranken. Am häufigsten tritt die Krankheit zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr auf. Umso überraschender war Hawkings plötzliche Erkrankung mit Anfang 20 und die Tatsache, dass der Physiker es schaffte, durch neue Therapieansätze rund 55 Jahre lang mit ALS zu leben.

Welche Therapiemöglichkeiten für ALS bisher erforscht sind, was für mögliche Ursachen eine Amyotrophe Lateralsklerose hervorrufen können und wie sich die Krankheit erkennen lässt, haben wir für Sie zusammengefasst.

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Amyotrophe Lateralsklerose (ALS): Mögliche Ursachen

Bei Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) lassen sich mögliche Ursachen nur schwer identifizieren. Nach aktuellem Forschungsstand ist die Krankheit auf eine Genmutation zurückzuführen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass drei Gene bei Erkrankten davon betroffen sind. Diese führen zu einer Anhäufung spezieller Eiweißmoleküle, die sich in den motorischen Nervenzellen anreichern. Dadurch werden die Nerven gestört und können keine Signale mehr an die Muskeln senden. So kommt es zu einer fortschreitenden Lähmung der Muskulatur. Die Hirn- und Sinnesfunktion wird dabei nicht angegriffen.

Die Erkrankung tritt meistens spontan auf, auch ohne eine offensichtliche genetische Vorbelastung in der Verwandtschaft. Verschiedene Studien belegen, dass nur ein Teil der Betroffenen einen familiären Hintergrund aufweisen. Derzeit versucht die Forschung die genetischen Grundlagen zu klären und genetische Risikofaktoren herauszuarbeiten. Diese können in Zukunft dazu beitragen, das Erkrankungsrisiko und die Prognosen abzuschätzen sowie genaue Krankheitsursachen herauszufinden.

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Symptome von Amyotrophe Lateralsklerose (ALS):

Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) kann unterschiedliche Anzeichen haben. Betroffene bemerken häufig am Anfang ein Gefühl von Schwäche in den Armen oder Beinen. Manchmal können die ersten Symptome aber auch sehr diskret auftreten und sich zum Beispiel durch Schwierigkeiten beim Hantieren mit Gegenständen bemerkbar machen. Weitere Anzeichen für ALS sind beispielsweise:

  • Muskellähmungen

  • Muskelschwäche

  • Muskelschwund

  • Steifigkeit mit Spastik der Muskulatur

  • Muskelkrämpfe

  • Schluckstörungen

  • Sprechstörungen

  • vermehrter Speichelfluss

  • Beeinträchtigung der Atmung

  • Zwanghaftes Lachen und Weinen

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Mögliche Therapieansätze von Amyotrophe Lateralsklerose (ALS):

Weil der Entstehungsprozess von Amyotrophe Lateralsklerose bislang nicht richtig bekannt ist, gestalten sich Therapieansätze als schwierig. Bisher ist der einzige zugelassene Wirkstoff 'Riluzol'. Das Medikament schützt die Nervenzellen und das Nervengewebe und bremst so den Abbau der motorischen Nervenzellen. Das Ziel ist es, das Voranschreiten der Krankheit möglichst lange herauszuzögern und den Betroffenen ein langes, beschwerdearmes und unabhängiges Leben zu ermöglichen. Weitere Therapiemöglichkeiten sind zum Beispiel:

  • regelmäßige Einnahme von Vitamin E

  • Reduzierung des Speichelflusses durch Amitriptylin

  • Symptomatische Therapie (z. B. durch eine logopädische Behandlung)

  • Ergotherapie

  • Physiotherapie

  • Perkutane Endoskopische Gastrostomie (PEG-Sonde) bei Schluckbeschwerden

  • künstliche Beatmung

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Hilfseinrichtungen für Amyotrophe Lateralsklerose (ALS):

Die Diagnose Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist häufig ein Schock für Betroffene und Angehörige. Aus diesem Grund kann es sehr hilfreich sein, Organisationen und Vereine für Informationen und Gespräche mit anderen Erkrankten und Verwandten aufzusuchen. Hier finden Sie einige Beispiele: