Gemeinsam gegen Corona

Booster-Impfung: Warum ist eine Auffrischungsimpfung so wichtig?

Im Kampf gegen das Coronavirus wird von der Bundesregierung eine Booster-Impfung empfohlen. Wir haben für Sie die wichtigsten Fragen rund um die Auffrischungsimpfung zusammengefasst.

Booster-Impfung gegen das Coronavirus.
Die Auffrischungsimpfung soll den Impfschutz gegen das Coronavirus deutlich erhöhen. Foto: SilverV / iStock

Die Zahlen der Neuinfektionen mit dem Coronavirus steigen erneut in Deutschland an. So drastisch, dass die ersten Bundesländer einen Lockdown verhängt haben, öffentliche Verkehrsmittel nur noch mit dem Einhalten einer 3G-Regel nutzbar sind und erste gastronomische Betriebe und Veranstalter auf 2G-Plus-Maßnahmen zurückgreifen müssen. Damit die Inzidenzen bundesweit nicht noch weiter wachsen, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) neben den zwei gängigen Corona-Schutzimpfungen, bereits geimpften Personen ihren Impfschutz aufzufrischen. Warum dies laut Gesundheitsministerium so wichtig ist, welche Möglichkeiten es gibt und ab wann eine Booster-Impfung laut Robert Koch-Institut notwendig ist, haben wir für Sie zusammengefasst.

Lesen Sie auch:

Noch mehr Informationen rund um eine Booster-Impfung sehen Sie hier (Der Artikel geht unter dem Video weiter):

JW Video Platzhalter
Zustimmen & weiterlesen
Um diese Story zu erzählen, hat unsere Redaktion ein Video ausgewählt, das an dieser Stelle den Artikel ergänzt.

Für das Abspielen des Videos nutzen wir den JW Player der Firma Longtail Ad Solutions, Inc.. Weitere Informationen zum JW Player findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bevor wir das Video anzeigen, benötigen wir Deine Einwilligung. Die Einwilligung kannst Du jederzeit widerrufen, z.B. in unserem Datenschutzmanager.

Weitere Informationen dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Was genau bedeutet Booster-Impfung?

Wichtig ist vorab zu wissen, dass eine Schutzimpfung gegen Covid-19 laut Bundesregierung dafür gedacht sind, geimpfte Personen vor einem schweren Verlauf der Erkrankung zu schützen. Weil Studien belegen, dass der Impfschutz einer Corona-Schutzimpfung mit der Zeit nachlassen kann, muss dieser aufgefrischt werden.

Lesen Sie hier: Corona-Symptome: COVID-19 von Grippe und Erkältung unterscheiden

Wann wird eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus empfohlen?

Die STIKO empfiehlt Personen ab 18 Jahren ihre Corona-Schutzimpfung auffrischen zu lassen. Insbesondere aber Personen mit Immundefizienz, Personen im Alter ab 70 Jahren, Bewohner*innen und Betreute in Einrichtungen der Pflege für alte Menschen sowie Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen. Auch bisher Nicht-Geimpfte sollen vordringlich geimpft werden, teilt die STIKO in einer Pressemitteilung mit.

Eine Booster-Impfung soll laut STIKO in der Regel im Abstand von sechs Monaten zur letzten Impfstoffdosis der Grundimmunisierung erfolgen. Nach Angaben der Bundesregierung könne im Einzelfall oder wenn genug Impfstoff da ist, auch schon nach fünf Monaten aufgefrischt werden. Ebenfalls gelte die Empfehlung zur Auffrischimpfung auch für Schwangere ab dem 2. Trimenon und für Genesene.

Das genaue Datum ihrer letzten Impfung finden Sie in Ihrem digitalen Impfnachweis oder in Ihrem Impfpass.

Wo bekomme ich eine Booster-Impfung?

Die Booster-Impfungen erfolgen je nach Bundesland durch mobile Impfteams, Betriebsärzte*innen oder die Hausärzte*innen. Die Organisation der Impfauffrischung liegt bei den einzelnen Bundesländern.

Auch spannend: Corona-Drittimpfung: Das müssen Sie jetzt darüber wissen

Welche Impfstoffe werden als Auffrischungsimpfung verwendet?

Empfohlen wird laut Bundesregierung eine Booster-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff, also BioNTech oder Moderna. Beide mRNA-Impfstoffe seien vergleichbar wirksam, sicher und effizient, heißt es in einem offiziellen Schreiben der Bundesregierung. Die Entscheidung darüber werde auf Grundlage der derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit der bislang zugelassenen Impfstoffe bei breiter Anwendung sowie deren Verfügbarkeit getroffen.

Lesen Sie auch: Corona-Impfstoffe: So sicher und wirksam sind sie

Personen mit einer abgeschlossenen Vektor-Impfstoffserie, wie zum Beispiel AstraZeneca oder Johnson & Johnson, wird die Booster-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen. Der Grund sei, dass Daten gezeigt hätten, dass eine solche Kreuzimpfung (heterologes Impfschema – erst Vektor-Impfstoff, anschließend mRNA-Impfstoff) zu einer deutlich höheren Antikörperbildung führen als bei einem homologen Impfschema, bei dem nur Vektor-Impfstoffe zur Anwendung kamen.

Was passiert im Körper bei einer Booster-Impfung?

Die aktuell steigende Zahl an Impfdurchbrüchen zeigt, dass die Wirkung der Covid-19-Impfung mit der Zeit nachlässt. Mehr Menschen erkranken an Corona, obwohl sie bereits eine Corona-Schutzimpfung erhalten haben. Der Grund dafür sei, dass die Antikörper gegen den Erreger im Blut mit der Zeit zurückgehen würden. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sind deswegen besonders anfällig dafür, sich mit dem Virus anzustecken. Eine Booster-Impfung soll nun nach sechs Monaten das Immunsystem dazu zu bringen, neue Antikörper gegen den Erreger zu produzieren und so erneut einen Schutz zu bilden.

Lesen Sie hier: Totimpfstoff gegen Covid-19: Definition, Anwendung, Wirksamkeit

Wie lange hält eine Booster-Impfung?

Wie lange ein Schutz vor dem Coronavirus durch die Booster-Impfung gegeben ist, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sicher bestimmt werden. Allerdings zeigen Studien mit anderen Impfstoffen, dass eine dritte Auffrischungsimpfung das Gedächtnis des Immunsystems erneut so weit stärken kann, dass eine weitere Impfung nicht im selben Abstand nötig ist. Ebenso zeigen Studien nach der dritten Corona-Impfung, dass die dort gemessenen Antikörperlevel auf eine gute Immunantwort hinweisen.

Was bedeutet Kreuzimpfung?

Personen, die bereits mit einem Vektor-Impfstoff wie zum Beispiel AstraZeneca oder Johnson & Johnson geimpft wurden, bekommen als Booster-Impfung nun einen mRNA-Impfstoff wie BioNTech oder Moderna von der STIKO empfohlen. Das bedeutet, sie erhalten eine Kreuzimpfung. Also eine Impfung, die aus mindestens zwei Impfstoffen besteht.

Lesen Sie hier: Corona-Impfung: mRNA-Impfstoffe schützen länger als gedacht

Können verschiedene Impfstoffe miteinander kombiniert werden?

Die Kombination aus mindestens zwei Impfstoffen sei laut Experten nicht gefährlich. Im Gegenteil, eine Kreuzimpfung sei sogar sinnvoll, wie Virologe und Epidemiologe Prof. Alexander Kekulé im MDR aktuell Podcast 'Kekulés Corona Kompass' erklärt: "Immer wenn das Immunsystem mit etwas Neuem konfrontiert wird, das so ähnlich ist wie das Alte, aber ein bisschen anders, dann reagiert das Immunsystem durch eine Ausweitung der möglichen Immunantwort. Das heißt, es wird ein weiteres Spektrum von Antikörpern und T-Zellen gebildet, die sich dann mit dem Erreger auseinandersetzen können."

Deswegen seien Kreuzimpfungen auch bei den Booster-Impfungen sinnvoll. Konkret heiße das:"Wenn man vorher Biontech hatte, Moderna zu nehmen, wenn man AstraZeneca hatte, dann Biontech oder Moderna."

Auch spannend: Uğur Şahin & Özlem Türeci: Das Paar hinter dem Corona-Impfstoff

Wer bezahlt die Booster-Impfung?

Alle Impfungen gegen das Coronavirus, die nach der Impfverordnung vorgenommen werden, seien laut Bundesregierung für die Bürger*innen kostenlos. Dies gelte auch für die Auffrischungsimpfungen.

Lesen Sie hier: Hülle für den Impfpass: Darauf müssen Sie beim Kauf achten

Kann die Grippeimpfung zeitgleich mit der Booster-Impfung geimpft werden?

Die STIKO empfiehlt eine Grippeimpfung vor allem für Menschen ab 60 Jahren, Schwangere, Vorerkrankte und für medizinisches Personal. Nach Angaben der Bundesregierung kann eine Grippeschutzimpfung zusammen mit einer Impfung gegen das Coronavirus vorgenommen werden.

Mehr dazu: Grippeimpfung: Wann sollte ich mich gegen Influenza impfen lassen?

Welche Nebenwirkungen kann eine Booster-Impfung haben?

Laut 'Tagesspiegel' gäbe es bisher keine Erkenntnisse über schwerwiegende Nebenwirkungen nach der Booster-Impfung. Es seien die üblichen Impfreaktionen zu erwarten.

Lesen Sie hier: Wie zuverlässig ist der Corona-Test und ab wann ist er sinnvoll?

Affiliate Link*