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Clickertraining beim Hund: So klappt's

Das Clickertraining eignet sich für jeden Hund und ist eine sehr erfolgversprechende Lernmethode. Wir verraten Ihnen, was Sie zum Clickern benötigen und mit welchen Tipps das Training zur echten Freude wird.

Das Geräusch des Clickers signalisiert dem Hund, dass er es etwas richtig macht.
Beim Clickertraining lernen Hunde, ein Geräusch mit dem erwünschten Verhalten in Verbindung zu bringen. Foto: Agency-Animal-Picture/Getty Images

Was ist Hunde-Clickertraining?

Das Clickertraining ist eine einfach zu erlernende Methode, einem Hund zu zeigen, welches Verhalten von ihm erwünscht ist. Dabei führen Sie ein kleines Gerät bei sich, mit dem Sie ein Geräusch ("Klick") machen können. Dieses akustische Signal ertönt dann, wenn das Tier einen Befehl richtig ausgeführt hat. Nach dem Klick bekommt der Hund noch eine verstärkende Belohnung, meistens ein kleines Leckerli. Mit diesem Prinzip der positiven Verstärkung motivieren Sie Ihren Vierbeiner, eine bestimmte Aufgabe zu lösen.

Der Vorteil: Das Geräusch klingt für den Hund immer gleich und ertönt im besten Fall schneller als ein von Ihnen ausgesprochenes Lob. Dieses zeitgleiche, präzise Klicken ist für den Hund sehr wichtig, denn schon nach einer Sekunde kann er den Zusammenhang zwischen gewünschtem Verhalten und Lob nicht mehr herstellen.

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Für das Clickertraining müssen Sie sich vorab einen Clicker besorgen und ein paar Leckerchen zur Hand haben.

Wussten Sie übrigens, dass Menschen das Clickertraining weltweit und auch mit anderen Tieren anwenden? Delfine und Raben sind bekannte Beispiele für Tiere, die mit dem Clickertraining ausgebildet werden. Und auch für spezielle Rettungshunde wird diese Form des Trainings gerne angewandt.

Erfahren Sie hier, was Sie tun sollten wenn Ihr Hund einen Giftköder gefressen hat (Der Artikel geht unter dem Video weiter)

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Wie funktioniert Clickertraining für Hunde?

Zunächst muss Ihr Vierbeiner verstehen, dass das von Ihnen erzeugte Clicker- Geräusch etwas Positives ist, dem in der Regel eine zweite, schmackhafte Belohnung folgt. Schon bald wird Ihr Liebling das Geräusch als etwas Positives empfinden. Diesen Schritt nennt man Konditionierung.

Wichtig: Als Erstes sollten Sie selbst lernen, schnell mit einem Klicken reagieren zu können. Sie können zum Beispiel bei einem Spaziergang mit einem Freund immer dann, wenn dieser ein bestimmtes Wort sagt, den Clicker tätigen. Genauso gut können Sie bei einer Fernsehserie stets bei einem häufigen Wort klicken. Erst wenn Sie das Gefühl haben, das Klicken perfektioniert zu haben, sollten Sie Ihren Hund in das Training einbeziehen, er sollte bestenfalls auch bei Ihren Übungen nicht dabei sein.

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Welche Kommandos kann man einem Hund durch Clickertraining beibringen?

Prinzipiell eignet sich das Clickertraining für alle Kommandoarten – also für Startkommandos wie "Sitz!", "Platz!" und "Bleib!", aber auch für ausgefallenere Tricks. Ebenso können Sie das Clickertraining einsetzen, wenn Sie Ihrem Tier gewisse Verhaltensweisen abtrainieren wollen, zum Beispiel dass es stark an der Leine zieht, wenn auf der anderen Straßenseite ein Spielgefährte vorbeispaziert.

Sie können Ihrem Hund ein neues Kommando auf zweierlei Arten beibringen: In der ersten Variante loben Sie ihn, wenn er gerade etwas tut, das ihr neues Kommando sein soll, und sagen dabei den passenden Befehl (Zum Beispiel setzt sich der Hund ohnehin gerade hin und Sie sagen „Sitz!“ und dann loben Sie ihn).

In der anderen Variante führen Sie das Kommando gezielt herbei und loben dann ( Zum Beispiel sitzt der Hund bereits und mit einem Leckerli vor der Nase führen Sie ihn in die Liegeposition und sagen dann „Platz!“).

Bei dem Clickertraining ist vor allem das Geräusch das von Ihnen ausgesprochene Lob. Am besten verbinden Sie das Clickertraining mit Leckerlies, die der Hund nach Ertönen des Geräuschs erhält. Das Tier soll so konditioniert sein, dass es sich Ihnen widmet, sobald es das Clickergeräusch wahrnimmt.

Wenn ihr Hund beim Erlernen eines neuen Tricks einen großen Meilenstein bezwungen hat, können Sie nach dem Klicken auch etwas großzügiger in der Futter-Verteilung sein.

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Welche Clickertraining-Übungen gibt es für Hunde?

Im Grunde genommen können Sie die Clicker-Variante bei jedem beliebigen Trick, den Sie Ihrem Hund beibringen wollen, anwenden.

Zunächst jedoch muss ihr Hund lernen, dass das Clicker-Geräusch etwas Positives ist. Dazu müssen Sie sich einen ruhigen Trainingsort suchen. Dann betätigen Sie den Klicker und geben Ihrem Hund direkt danach ein Leckerli. Sie können dem Geräusch auch eine andere Belohnung folgen lassen, zum Beispiel eine Streicheleinheit. Wichtig ist, dass der Hund lernt, dass die Belohnung nach dem Signal noch verstärkt wird.

Sie werden merken, dass die Konditionierung geklappt hat, wenn Sie den Clicker betätigen und der Hund Ihnen sofort seine Aufmerksamkeit schenkt.

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Ein paar Beispiele für beliebte Kommandos:

  • An das Clickertraining gewöhnen: Diese Übung eignet sich besonders zu Beginn des Trainings. Sie nehmen ein einfaches Objekt wie zum Beispiel einen Pappkarton und platzieren Sie in der Nähe des Hundes. Belohnen Sie den Hund einfach für jedes Verhalten, das er zeigt und das mit der Box zu tun hat: Dort hingucken, zur Box gehen, an der Box schnüffeln und so weiter. Dadurch lernt der Hund, dass kreatives Verhalten und Eigeninitiative beim Clickertraining von ihm erwünscht sind.  

  • Einfaches Kommando "Gib Pfote": Lassen Sie den Hund zunächst sitzen und nehmen dann ein Leckerli in die Hand. Halten Sie es ein einer geschlossenen Faust auf Brustkorbhöhe des Hundes. Sobald Ihr Hund auch nur ansatzweise die Pfote hebt, erfolgt ein Klick, dann bekommt er das Leckerli aus Ihrer Hand. Sobald er dieses Prinzip verstanden hat, lassen Sie die ausgestreckte Hand weg und klicken, wenn er auch ohne Ihre Hand die Pfote hebt.

  • Normale Verhaltensweisen mit einem Kommando verbinden: Wenn Ihr Hund sich auf seinen Platz hinlegt, klicken Sie einmal und sagen deutlich "Platz!", dann folgt das Leckerli.

  • Ähnlich verhält es sich, wenn Sie Ihrem Vierbeiner beibringen möchten, ruhig und gelassen an einem anderen Hund vorbeizugehen. Sobald Sie also einen anderen Spaziergänger mit Hund entdecken, halten Sie Ihren Clicker griffbereit. Bleibt ihr Hund ruhig und ist auf Sie konzentriert, klicken und belohnen Sie. Bellen, Ziehen an der Leine oder anderes ungewünschtes Verhalten ignorieren Sie einfach.

  • Target-Training: Der Hund soll lernen, mit der Nase ihren Finger zu berühren und zu folgen. So können Sie ihn in der Zukunft besser führen, zum Beispiel auf dem Trainingsplatz.

    Sie geben vor, zwischen Zeigefinger und Daumen ein kleines Leckerli zu halten. Berührt Ihr Hund jetzt neugierig Ihren Finger, klicken Sie und verstärken die Belohnung anschließend mit einem Leckerli. Sobald er den Zusammenhang verstanden hat, können Sie die Übung ausweiten und Ihren Hund dazu animieren, Ihrem ausgestreckten Finger zu folgen, während Sie sich bewegen.

Tipps für ein erfolgreiches Clickertraining

  • Gerade zu Beginn des Clickertrainings wird Ihr Hund eventuell schnell ermüden.  Daher: Trainieren Sie nie zu lange und starten Sie mit einer einfachen Übung. Wenn Ihr tierischer Partner Stresssymptome (Müdigkeit, Unkonzentriertheit) zeigt, beenden Sie das Training lieber sofort. Planen Sie lieber viele kleine Einheiten von ungefähr zehn Minuten mit mehreren Pausen statt einer längeren Einheit ein.

  • Beenden Sie das Training immer dann, wenn der Hund gerade eine Aufgabe mit Bravour gemeistert hat. So bleibt der Fellnase das Training in positiver Erinnerung und sie freut sich schon auf die nächste Einheit.

  • Wichtig ist, dass der Hund zuverlässig nach jedem Clicker-Geräusch eine verstärkende Belohnung, also ein Leckerli oder auch mal eine Streicheleinheit, bekommt. Alles andere würde Unverständnis auslösen.

  • Insbesondere dann, wenn Ihnen und Ihrem Haustier das Clickertraining besonders viel Freude bereitet, sollten Sie darauf achten, dass Sie Ihrem Hund nicht zu viel Leckerlies füttern. Ziehen Sie die Leckerchen gegebenenfalls von seiner täglichen Futterration ab.

  • Wenn Ihr Hund trotz kurzer Trainingsintervalle unkonzentriert wirkt, sollten Sie es zunächst mit Leckerlies versuchen, von denen Sie wissen, dass Ihr Tier sie grundsätzlich mag, jedoch nicht so verrückt danach ist, dass das Training zweitrangig für ihn wird. Wenn dies nicht hilft, sollten Sie eine Übung wählen, die weniger anspruchsvoll ist oder zwischendurch Übungen einbauen, die das Tier eigentlich schon beherrscht, die aber wiederholt werden können.

  • Der Hund wirkt lustlos: Versuchen Sie herauszufinden, welche Übungen den Hund mehr begeistern, dies kann abhängig von Alter und Rasse des Hundes sehr unterschiedlich sein. Auch, wenn Sie selber nicht bester Laune sind, kann sich dies auf Ihren Vierbeiner übertragen.

  • Der Hund macht einfach einen anderen Trick: Dies ist nicht weiter ungewöhnlich. Wenn Ihr Hund „Sitz“ schon beherrscht, aber „Platz“ noch nicht ganz verstanden hat, wird er sich dennoch hinsetzen, wenn Sie "Platz" sagen – schließlich hat er bereits gelernt, dass dem Sitzen ein Clicker-Geräusch und ein Leckerli folgen und wird es deshalb gerne wieder versuchen. Lassen Sie sich hiervon nicht entmutigen, ignorieren Sie das unerwünschte Verhalten und üben Sie weiter.

Tipp: Das Clickertraining eignet sich für alle Hunderassen und kann schon ab dem Welpenalter eingesetzt werden.

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