Neue Studie aus den USA

Corona-Impfung: mRNA-Impfstoffe schützen länger als gedacht

Bisher war nicht klar, wie lange uns eine Corona-Impfung tatsächlich immunisiert. Eine neue Studie aus den USA dürfte viele Geimpfte nun aufatmen lassen, denn die Wirkung einiger Vakzine ist offenbar deutlich langfristiger als erwartet.

Eine Frau wird geimpft.
Die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna, die eine Covid-19-Erkrankung verhindern sollen, haben einer Studie zufolge einen guten Langzeitschutz. Foto: iStock / bluecinema

Das Impfen hierzulande läuft auch Hochtouren: Täglich werden bis zu 800.000 Menschen in Deutschland gegen das gefährliche Coronavirus geimpft. Doch viele fragen sich aktuell noch, wie lange der zwar nicht hundertprozentige, aber dennoch sehr hohe Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung tatsächlich anhält - und ob, beziehungsweise wann eine Auffrischung nötig sein wird.

Sehr erfreuliche Neuigkeiten dazu kommen jetzt aus den USA: Wie die Zeitung 'New York Times' berichtet, lösen die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer sowie Moderna anscheinend eine anhaltende Immunreaktion aus. Das heißt, sie können nicht nur über mehrere Monate hinweg, sondern jahrelang vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen. Dem Artikel liegt eine Studie von Wissenschaftler*innen der Washington University in St. Louis zugrunde.

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Covid-19-Schutz bei mRNA-Geimpften auch ohne Auffrischung

Für die Studie, die erstmals in der Fachzeitschrift 'Nature' veröffentlicht wurde, wurden mit den mRNA-Vakzinen geimpfte Frauen und Männer regelmäßig untersucht - auch solche, die vor ihrer Impfung bereits eine Corona-Erkrankung durchgemacht hatten.

Solange sich das Coronavirus und dessen Mutationen nicht allzu stark weiterentwickeln, seien demnach bei den meisten mit mRNA-Wirkstoffen geimpften Personen keine Auffrischungen nötig. Außerdem kamen die Forscher*innen zu dem Schluss, dass Menschen, die vor ihrer Impfung bereits an Covid-19 erkrankt waren, wahrscheinlich selbst bei großer Veränderung des Viruserbguts keine Auffrischung benötigen.

Erfahren Sie in dem Video, wie Sie sich optimal vor dem Coronavirus schützen können (der Artikel geht unter dem Video weiter):

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Nicht näher untersucht wurde der Vektor-Impfstoff von Johnson & Johnson. "Ich erwarte, dass die Immunantwort hier weniger dauerhaft ist als die von mRNA-Impfstoffen", wird jedoch der Studienleiter Ali Ellebedy, ein Immunologe der Universität Washington, zitiert.

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Für ihre Studie entnahmen die Wissenschaftler*innen Proben in den Lymphknoten der Beteiligten. Nach einer Infektion oder Impfung mit einer Krankheit bildet sich in den Lymphknoten ein so genanntes Keimzentrum. Dieses ist die Grundlage für B-Zellen (B-Lymphozyten), die Antikörper gegen Viren bilden. Je länger diese B-Zellen im Körper sind, desto effektiver können sie auf Virusvarianten reagieren.

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41 Männer und Frauen waren an der Untersuchung beteiligt, acht von ihnen hatten vor ihrer Impfung mit Pfizer/Biontech bereits eine Ansteckung mit Covid-19 überstanden.

In regelmäßigen Abständen wurden bei 14 der beteiligten Probanden aus den Lymphknoten entnommen. Ergebnis: 15 Wochen nach der ersten Impfung war das Keimzentrum der Geimpften noch immer hochaktiv. Die Anzahl der Gedächtniszellen, die das gefährliche Coronavirus erkannten, war nicht vermindert.

Meist jahrelange Wirksamkeit der Corona-Impfung

"Die Tatsache, dass die Reaktionen fast vier Monate nach der Impfung anhielten, ist ein sehr, sehr gutes Zeichen", wird Dr. Ellebedy in der 'New York Times' zitiert. Denn: Normalerweise erreichen Keimzentren schon ein bis zwei Wochen nach der Impfung ihren Höhepunkt und nehmen dann ab.

Die gute Nachricht lautet also: Das Gros der bereits Geimpften wird langfristig geschützt sein - zumindest gegen bisher bekannte Coronavirus-Varianten.

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Wer benötigt eine Auffrischungsimpfung gegen Covid-19?

Auch, wenn die Wissenschaftler hinter der Studie zu dem Schluss kommen, dass viele Menschen keine Auffrischung ihrer Corona-Impfung benötigen, wird diese zumindest älteren Menschen sowie Menschen mit einem schwachen Immunsystem empfohlen. Dazu zählen auch Personen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, die die Immunabwehr schwächen.

Außerdem sei eine Impfung für das Immunsystem jedes Einzelnen besser als eine theoretische Ansteckung mit der Krankheit. Denn weitere Studien hätten gezeigt, dass die Gedächtniszellen nach einer Impfung vielfältiger sind als nach einer Genesung von der Krankheit. Die Impfstoffe schützen also wahrscheinlich sogar besser als die natürliche Immunität.

Wie gut schützt der Vektor-Impfstoff Astrazeneca?

Auch in England wurde eine Studie durchgeführt - zu dem dort vorherrschend verimpften Vakzin Astrazeneca. Der Studie der Universität Oxford zufolge würde eine dritte Dosis eine sehr hohe Immunreaktion erzeugen - doch bereits die normalen zwei Impfdosen schützen nach derzeitigem Wissensstand lange Zeit vor einer Covid-19-Erkrankung, sind sich die Forscher*innen sicher.