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Grippeimpfung: Wann sollte ich mich gegen Influenza impfen lassen?

Für wen ist eine Grippeimpfung sinnvoll und wann sollte ich mich impfen lassen? Alle Fragen und Antworten zum Thema 'Influenza'.

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Für wen ist eine Grippeimpfung sinnvoll?

Bis zu einer halben Million Deutsche erkranken jährlich an der echten Grippe. Diese wird ebenso wie 90 Prozent der grippalen Infekte durch Viren ausgelöst. Der große Unterschied zur Erkältung: Der Verlauf der echten Grippe ist deutlich schwerer. Sie kann zu lebensgefährlichen Folgeerkrankungen wie Lungenentzündungen führen.

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Das kann verhindert werden. Die Weltgesundheitsorganisation rät, dass 75 Prozent der Bevölkerung geimpft sein sollten. Eine dringende Empfehlung wird für die Risikogruppen ausgesprochen: Bei Menschen ab 60 Jahren, Schwangeren und chronisch Kranken ist die Gefahr für einen schweren Verlauf besonders hoch. Dennoch nutzen immer noch viele Deutsche die Vorsorge-Maßnahme nicht, was sich insbesondere in der Saison 2019/2020 laut Robert Koch-Institut deutlich gezeigt hat. In einem Bericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) heißt es, dass von der 40. Kalenderwoche 2019 (Oktober) bis zur 17. KW 2020 (April) 185.893 Influenzafälle an das RKI übermittelt wurden. Von den 476 Verstorbenen waren 85% über 60 Jahre alt.

In der Saison 2020/2021 blieb die Grippewelle bis auf vereinzelte Influenza-Infektionen aus. Grund dafür ist die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen zur Kontrolle des Infektionsgeschehens. Schon im Frühjahr 2020 sorgte der erste Lockdown dafür, dass die Grippewelle 2019/2020 abrupt beendet wurde. Die mit dem November-2020-Lockdown beschlossenen Kontaktbeschränkungen und weiteren Regelungen sowie die Einhaltung der AHA+L-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske und Lüften) verhinderten auch die Ausbreitung der Influenzaviren und weiterer akuter Atemwegserkrankungen (ARE).

Eine Prognose für die kommende Saison 2021/2022 ist laut RKI grundsätzlich nicht möglich, da noch offen ist, welche Influenzavirus-Subtypen oder Linien in der Grippesaison auftreten werden. Die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) veröffentlicht während der Saison zwischen KW 40 und KW 20 einen wöchentlichen Bericht mit den aktuellen Zahlen zum Influenza-Infektionsgeschehen.

Die ständige Impfkommision (STIKO) empfiehlt daher die jährliche Impfung im Herbst als Standardimpfung für alle Personen ab 60 Jahren sowie als Indikationsimpfung bei bestimmten Personengruppen.

Welche Nebenwirkungen kann eine Grippeimpfung haben?

Als häufiges Gegenargument werden die Nebenwirkungen genannt. Doch bei genauerem Hinsehen sind diese harmlos. So kann die Einstichstelle leicht schmerzen, anschwellen oder sich rot färben. Außerdem können in den ersten drei Tagen kurzzeitig Müdigkeit, Frösteln oder Übelkeit auftreten. Eine Grippe kann, entgegen mancher Behauptungen, nicht ausgelöst werden. Für die Impfung spricht ihre Wirksamkeit: Die Erfolgsquote liegt bei 62 Prozent. Wer trotzdem erkrankt, ist vor den schweren Folgen wie Lungenentzündungen oder Herzmuskelentzündungen besser geschützt. Auch unser Umfeld profitiert: Wer geimpft ist, überträgt keine Viren auf seine Mitmenschen. Außerdem ist die Maßnahme für die Risikogruppen kostenfrei und generell bei jedem Hausarzt möglich.

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Kann man trotz Grippeimpfung krank werden?

Beim Vorliegen einer akuten Infektion und bei Fieber sollte bis zur Genesung mit der Grippeimpfung gewartet werden. Sehr selten besteht bereits ein versteckter Infekt, der nach der Impfung ausbricht. Dann kann die Grippeimpfung ihren Schutz noch nicht gewährleisten.

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In welchem Zeitraum sollte ich mich impfen lassen?

Gegenwärtig muss der Schutz jedes Jahr aufgefrischt werden. Wichtig ist dabei der Zeitpunkt. Denn nach der Grippeimpfung braucht der Körper 10-14 Tage, bevor er sich vollständig gegen die Viren wehren kann. Ratsam ist es, den Arzt vor der Grippesaison aufzusuchen, idealerweise jetzt im Oktober bis spätestens Ende November. Die Impfung hält ca. sechs bis neun Monate.

Nach dem Piks heißt es Kraft tanken. Eine Studie zeigt: Wer in den ersten Tagen nach einer Impfung weniger als sechs Stunden schläft, gefährdet deren Erfolg. Die Wissenschaftler raten zu mindestens acht Stunden Schlaf. Die Erklärung: Die Immunzellen lernen im Schlaf. Während der Ruhephase bilden sie ein 'Abwehrgedächtnis' und können so später die richtigen Eindringlinge angreifen.

Zusätzliche Maßnahmen können das Gripperisiko weiter senken. Dazu gehören regelmäßiges Händewaschen und das Niesen in ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge. Lesen Sie dazu auch: Diese Maßnahmen schützen Sie vor dem Coronavirus