Tipps und Tricks

Läufigkeit bei der Hündin: Was muss ich beachten?

Bis zu zwei Mal im Jahr wird eine gesunde Hündin läufig. Wie Sie als Hundebesitzer möglichst stressfrei durch diese besondere Zeit kommen, erfahren Sie hier.

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Was versteht man unter Läufigkeit?

Alle sechs bis zwölf Monate beginnt für weibliche Hunde der Fruchtbarkeitszyklus – die Läufigkeit. Während der Läufigkeit gibt es den kurzen Zeitraum der Standhitze, in welchem die Hündin deckbereit ist. Die Läufigkeit teilt sich in verschiedene Fruchtbarkeitszyklen auf, während derer unterschiedliche

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Woran erkenne ich, dass meine Hündin läufig ist?

In den meisten Fällen lässt sich die Läufigkeit einer Hündin schnell identifizieren. Achten Sie auf folgende Anzeichen:

  •  Vaginale Blutungen

  • Geschwollene Schamlippen

  • Häufiges Urinieren beim Spaziergang – damit wollen Hündinnen den Herren in der Nachbarschaft signalisieren, dass sie bald paarungsbereit sind

  • Zu Beginn der Läufigkeit verhalten sich Hündinnen gegenüber Artgenossen oft unfreundlich und zickig. Umgekehrt zeigen Rüden ein erhöhtes Interesse an der Hündin

  • Eventuell benötigt die läufige Hündin besonders viel Aufmerksamkeit von ihrem Besitzer

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Wie lange dauert die Läufigkeit und wie oft tritt sie auf?

Durchschnittlich dauert die Läufigkeit der Hündin 21 Tage. Doch der Zeitraum der Läufigkeit kann von Tier zu Tier sehr unterschiedlich ausfallen. Hunde haben nicht wie Menschen Wechseljahre, sondern können bis an ihr Lebensende ein bis zwei Mal im Jahr läufig werden. Sollte die Läufigkeit, die allgemein in sehr regelmäßigen Zyklen auftritt, einmal ausbleiben, empfiehlt sich ein Besuch beim Tierarzt.

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Welche Phasen der Läufigkeit gibt es?

Die Läufigkeit der Hündin lässt sich in vier Phasen einteilen. Wenn Sie die Signale der vier Phasen erkennen, können Sie besser auf die Bedürfnisse Ihres Vierbeiners eingehen und kommen entspannter durch diese Zeit.

  1. Phase 1- Vorbrunst (Proöstrus): Diese Phase erkennt man am dunkelroten, dickflüssigen Scheidenausfluss der Hündin. Zudem schwillt die Vagina des Tieres an. In dieser Zeit wird die Hündin vermehrt urinieren, um eventuelle Liebespartner auf sich aufmerksam zu machen. Zwar duftet die Hündin für ihre männlichen Artgenossen jetzt schon verführerisch, doch sie ist noch nicht fruchtbar – und reagiert daher dennoch zickig auf Annäherungsversuche ihrer männlichen Verehrer. Diese Phase kann drei bis 17 Tage andauern, im Durchschnitt sind es neun Tage.

  2. Phase 2 – Brunst (Östrus):In der zweiten Phase ist die Hündin fruchtbar. Erkennen lässt sich dies am jetzt eher wässrigen, hellroten Scheidenausfluss, außerdem lässt die Schwellung der Vulva nach. Die Hündin hat ungefähr am zweiten bis vierten Tag dieser Phase, die man auch „Standhitze“ nennt, mehrere Eisprünge. Wenn Sie beim Spaziergang einen Rüden trifft, wird sie ihm ihre Paarungsbereitschaft signalisieren – beispielsweise, indem sie ihre Rute beim Schnuppern zur Seite hält oder aber auch aktiv Kontakt zu ihren männlichen Artgenossen sucht. Wer keinen Nachwuchs möchte, sollte in dieser Zeit also ganz besonders aufmerksam handeln. Die Dauer der Brunst ist von Hund zu Hund unterschiedlich – von zwei bis 21 Tage.

  3. Phase 3 – Nachbrunst (Metöstrus):Jetzt können Sie aufatmen – die Hündin ist nicht mehr fruchtbar. Dies erkennen Sie daran, dass es keinen Scheidenausfluss mehr gibt. Zwei bis drei Monate dauert die Nachbrunst und sollte die Hündin nicht gedeckt worden sein, aber besonders viel Nähe suchen und etwa Kuscheltiere im Körbchen ansammeln, können dies Anzeichen für eine Scheinschwangerschaft sein.

  4. Phase 4 – Ruhephase (Anöstrus):In der Ruhephase endet die aktuelle Läufigkeit und der Zeitraum bis zur nächsten Läufigkeit beginnt.

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Welche Besonderheiten gibt es bei der ersten Läufigkeit der Hündin?

Zum ersten Mal läufig werden die meisten Hunde etwa im Alter von sechs bis zwölf Monaten. Bei einigen Hunden tritt die erste Läufigkeit erst mit zwei Jahren auf, dies betrifft etwa schwerere und größere Rassen oder Tiere, die eine Krankheit überstanden haben. Es ist wichtig zu wissen, dass die erste Läufigkeit einer Hündin manchmal unauffällig – das heißt ohne sichtbaren Ausfluss des Tieres oder Schwellungen – verläuft. Dennoch ist die Hündin auch während dieser sogenannten stillen Läufigkeit fruchtbar. Unabhängig davon, ob Ihre Hündin in ihrem Leben einmal Welpen haben soll, sollte eine Trächtigkeit bei der ersten Läufigkeit vermieden werden. Da das Tier meistens noch nicht ausgewachsen ist, kann es zu Komplikationen bei der Geburt kommen oder die Hündin ist noch nicht reif genug, sich ausreichend um ihren Nachwuchs zu kümmern.

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Woran erkenne ich die fruchtbare Phase meiner Hündin?

Die fruchtbaren Tage der Hündin lassen sich am besten am veränderten Scheidenausfluss erkennen: Dieser ist nun hellrot oder rosa und sehr wässrig, außerdem lässt die Schwellung der Vulva nach. Auch das Verhalten des Hundes sollten Sie im Auge behalten: Wenn das Tier aktiv Kontakt zu Rüden sucht und ihren Befehlen nur äußerst ungerne Folge leistet, sind dies Hinweise auf die Fruchtbarkeit. Wenn Sie sich nicht sicher sind, können Sie folgenden Test machen: Kraulen Sie Ihre Hündin im Bereich zwischen Vagina und After. Wenn der Vierbeiner die Rute zur Seite schiebt, ist dies ein sicheres Zeichen. Wichtig ist: Wenn Sie keine Welpen wollen, sollten Sie während der gesamten Zeit der Phase 1 und 2 darauf achten, dass Ihr Hund nicht gedeckt wird. Hundertprozentig kann nämlich nur Ihr Tierarzt darüber Auskunft geben, wann der Eisprung stattfindet. Wenn Sie den Eisprung dort einmal genau bestimmen, wissen Sie auch für folgende Läufigkeiten, dass er um diesen Zeitpunkt herum bei Ihrem Hund auftritt.

Ein Rüde beschnuppert eine läufige Hündin
Eine Hündin duftet während ihrer Läufigkeit besonders verführerisch für die männlichen Artgenossen. Foto: Singh_Lens / iStock

Wie verhält sich meine Hündin, wenn sie läufig ist?

Wie schon erwähnt, wird Ihre Hündin zu Beginn der Läufigkeit öfters Duftmarken verteilen, um ihre Artgenossen auf ihren bevorstehenden Zustand aufmerksam zu machen. In dieser Zeit reagiert sie aber noch abweisend auf Verehrer – eventuell schnappt und knurrt sie sogar. Erst, wenn die Hündin tatsächlich fruchtbar ist, lässt sie Rüden zu sich kommen und signalisiert ihnen, dass sie für den Deckakt bereit ist. In dieser Zeit vergisst so manche Hundedame ihre guten Manieren und nimmt Reißaus, daher sollte eine läufige Hündin stets an der Leine geführt werden. Durch Hormonschwankungen kann sich das Verhalten der Hündin in vielerlei Hinsicht verändern, etwa verhält sie sich auch anderen Hündinnen gegenüber zickig, ist ungewöhnlich unruhig oder benötigt mehr Schlaf und Erholung als an normalen Tagen.

Welche Tipps gibt es für die Läufigkeit meiner Hündin?

Mit diesen Tipps kommen Hündin und Besitzer stress- und sorgenfrei durch die hormonreiche Zeit der Läufigkeit:

  • Führen Sie Ihre läufige Hündin nach Möglichkeit nur an der Leine, damit Sie Ihr Haustier gut unter Kontrolle haben. Selbst wenn Ihre Hündin normalerweise aufs Wort hört – die Hormone können durchaus dazu führen, dass sie ihre Manieren vergisst und Ihnen davonrennt. Wenn Sie Ihrer Hündin weiterhin größtmöglichen Auslauf erleichtern wollen, empfiehlt sich die Anschaffung einer Schleppleine.

  • Informieren Sie Ihre Nachbarn: Wenn Sie wissen, dass es in der näheren Umgebung unkastrierte Rüden gibt, empfiehlt es sich, die Besitzer vorzuwarnen. Diese können dann schon beim Spazierengehen einen Bogen um Sie und Ihre läufige Hündin machen. Außerdem neigen liebeskranke Rüden zum Ausbruch – auch hier ist es nett, wenn Sie den Besitzer vorwarnen.

  • Wählen Sie für Ihre Gassirunden möglichst Zeiten, in den nicht viele andere Hundebesitzer unterwegs sind. Sie können entgegenkommende Halter schon mit einem freundlichen Zuruf auf den Zustand Ihrer Hündin hinweisen.

  • Wählen Sie für Ihre Spaziergänge Orte, von denen Sie wissen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Begegnung mit anderen Hundebesitzern eher gering ist, etwa ruhige Waldgebiete.

  • Sollte ein Rüde Ihr Tier aufdringlich beschnuppern, gehen Sie schnell weiter, um unnötigen Stress für die läufige Fellnase zu vermeiden.

  • Versichern Sie sich, dass die Hündin auch aus Ihrem Garten nicht weglaufen kann.

  • Um Möbel und Hundebett vor Bluttropfen zu schützen, decken Sie diese beispielsweise mit alten Bettlaken oder Handtüchern ab.

  • Eine so genannte Läufigkeitshose kann ungewollten Ausfluss abfangen und vor Schmutz schützen. Diese Hose verhindert jedoch keinesfalls die Schwangerschaft des Tieres. Am besten, man gewöhnt einer Hündin das Tragen einer solchen Hose bereits im Welpenalter an.

  • Auch für Ihr Tier ist dies eine stressige Zeit: Gönnen Sie Ihrer Hündin deshalb jede Menge Ruhe- und Entspannungsphasen.

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Wie verhalte ich mich bei freilaufenden Rüden?

Sollten Sie auf einer Gassirunde wider Erwarten auf einen freilaufenden Rüden treffen, geben Sie Ihrer Hündin das Kommando zum Sitzen und stellen sich dann schützend hinter sie. Warten Sie, bis der Besitzer kommt. Sollte es dennoch zur Deckung durch einen aufdringlichen Rüden kommen, dürfen Sie die Tiere nicht gewaltsam trennen. Sie können sich mit Ihrem Tierarzt beraten, ob eine Spritze zur Abtreibung in Betracht kommt.

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Wie erleichtert man Rüden den Umgang mit läufigen Hündinnen?

Für Besitzer männlicher Hunde ist es oftmals eine echte Herausforderung, wenn die Dame der Nachbarschaft läufig ist. Folgende Tipps können den Haltern von Rüden den Alltag erleichtern:

  • Generell gilt: Halten Sie Ihre Rüden wann immer es geht von der läufigen Hündin fern

  • Wenn der Rüde und die unkastrierte Hündin im selben Haushalt leben, sollten die beiden sich in dieser Zeit in getrennten, möglichst weit voneinander entfernten Zimmern aufhalten und niemals zusammen spazieren gehen. Alternativ kann sich der Rüde im Garten und die Hündin drinnen aufhalten

  • Sollte der Rüde aggressives Verhalten aufweisen, denken Sie darüber nach, in für die Dauer der Läufigkeit woanders unterzubringen

  • Methanolsprays können den verführerischen Geruch der Hündin etwas abmildern. Ihre Verwendung sollte jedoch vorher mit dem behandelnden Tierarzt besprochen werden

  • Jede Menge aufregende Spaziergänge lenken den Rüden von seinem Liebeskummer ab – zumindest kurzfristig.

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Woran erkenne ich eine Scheinschwangerschaft meines Hundes?

Bei einer Scheinträchtigkeit bilden sich Hündinnen ein, trächtig zu sein, obwohl sie gar nicht gedeckt wurden. Das Hormon Progesteron wird zum Ende der zweiten Phase vermehrt ausgeschüttet - und zwar unabhängig davon, ob die Hündin gedeckt wurde oder nicht. Daher gehen Experten davon aus, dass jeder Hund eine Scheinschwangerschaft hat. Doch diese kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Während manche Hunde gar keine Anzeichen zeigen, fangen andere an, Kuscheltiere und Spielzeug im Körbchen zu sammeln, um so ein Nest zu bauen. Wenn Sie sich Sorgen machen, sollten Sie Ihren Tierarzt zu Rate ziehen. Er kann die Scheinschwangerschaft beispielsweise durch das Verabreichen von Hormonen beenden.

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Wann sollte ich meine Hündin kastrieren lassen?

Bei der Kastration werden die Eierstöcke und eventuell auch die Gebärmutter eines Hundes medizinisch entfernt, wodurch eine Läufigkeit und somit eine ungewollte Schwangerschaft für die Zukunft verhindert werden. Den perfekten Zeitpunkt für eine Kastration gibt es nicht, im Idealfall besprechen Sie sich mit Ihrem Tierarzt. Er kennt Ihren Hund und wird einschätzen, ob und wann die Operation durchgeführt werden sollte.