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'Lena Lorenz'-Star Judith Hoersch verrät: Lena verliebt sich neu!

'Lena Lorenz'-Star Judith Hoersch (41) verrät im Interview, wie es mit ihrer Rolle als Lena nach Quirins Tod weitergeht und spricht offen über ihr privates Glück fernab der Kameras.

Judith Hoersch.
Seit 2019 spielt Judith Hoersch die Rolle als 'Lena Lorenz' in der ZDF-Serie. Foto: ZDF und Raymond Roemke

Wie nah Freude und Leid beieinanderliegen können, hat Hebamme Lena Lorenz bereits in der vergangenen Staffel der ZDF-Serie 'Lena Lorenz' mit dem Tod von Quirin (gespielt von Jens Atzorn) erfahren müssen. Passend zum Start der vier neuen Folgen 'Lena Lorenz' (ab Donnerstag, 24. März 2022, 20:15 Uhr; ZDF) verrät Schauspielerin Judith Hoersch (41) wie es mit Lena in der Liebe weitergeht und spricht offen über das Mutter-Sein, das Reisen und ihre Zukunftswünsche.

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'Lena Lorenz': So geht es ihr nach Quirins Tod

Liebenswert: Anfang März startet die neue Staffel von 'Lena Lorenz'. Worauf können sich die Fans am meisten freuen?

Judith Hoersch: Auf wirklich sehr unterschiedliche und viele verschiedene Familiengeschichten, die Lena als Hebamme bewältigen muss. Diese sind teilweise spezieller, wie zum Beispiel in der Folge 'Baby auf Probe', in der es um ein Intelligenz gemindertes Paar geht, die ein Kind erwarten geht. Aber es geht auch um Fälle, die gar nicht so weit weg entfernt sind. In einer Geschichte geht es um eine Familie, die überfordert ist mit ihren Kindern und sie vernachlässigen und gar nicht richtig wissen, was sie mit ihnen anfangen sollen. Ich als Mutter erlebe so etwas tatsächlich auch in meinem Umfeld. Aber was natürlich für die Fans auch ganz besonders spannend sein wird, ist, dass es bei Lena nach dieser sehr emotionalen letzten Staffel und den ganzen Schicksalsschlägen endlich wieder etwas bergauf geht. Auch wenn sie sich noch immer in der Trauerbewältigung befindet. Es bleibt Teil des Erzählstrangs, was ich auch gut finde, also dass das jetzt nicht einfach so mit einer Folge nach der Beerdigung abgefrühstückt wurde. Sondern wir haben wirklich versucht, diese sieben Phasen der Trauer zu gestalten. Und das zieht sich natürlich auch noch in der neuen Staffel. Aber trotzdem geht es für Lena aufwärts und sie nimmt wieder am Leben teil. Sie macht eine neue Bekanntschaft. Ob das jetzt die große Liebe ist, lasse ich jetzt mal dahingestellt (lacht). Aber auf jeden Fall gibt es jemanden, der in ihr Leben tritt. Und das ist zu sehen, ohne dass das jetzt der neue Quirin ist.

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'Lena Lorenz' durchlebt Phasen der Trauer

Liebenswert:  Wie hat sich das für Sie angefühlt, diese verschiedenen Phasen der Trauer zu spielen?

Judith Hoersch: Als Schauspielerin habe ich diese verschiedenen Phasen in meiner Rolle natürlich auch ‚mitgelebt‘, man muss das dann nur auch wieder abschütteln können. Ich glaube, es ist egal, was man spielt, es ist immer besser zu sagen ‚Ich gehe da jetzt richtig in die Emotion und Situation hinein‘ und lege diese abends ab, wenn ich zum Beispiel Zeit mit meinem Kind verbringe. Diese Art des Schauspieltrainings mache ich seit mehr als 20 Jahren. Das heißt, ich habe meinen Körper und meinen Geist so weit unter Kontrolle, dass ich das Gespielte auch wieder loslassen kann. Das klingt jetzt glaube ich für andere ein bisschen seltsam (lacht), aber mir macht das wirklich sehr viel Spaß, auch schwierige Sachen zu spielen. Das ist der Grund, warum ich Schauspielerin geworden bin. Ich möchte nicht immer nur heile Welt spielen, sondern etwas, das mich fordert und wobei ich ein bisschen die Verantwortung im Nacken spüre. Es gibt ja Zuschauer*innen, die eine ähnliche Situation selbst erlebt haben. Denen gegenüber hat man schauspielerisch eine Verantwortung, bei der ich denke ‚Okay, ich will das jetzt hier mit der nötigen Tiefe spielen, dass die Zuschauer das Spüren und mit mitfühlen können‘. Ich wurde schon oft gefragt, wie ich es schaffe, das Gespielte von meinen echten Emotionen zu trennen. Die Antwort ist: Ich kann das nicht wirklich erklären. Das ist die Magie vom Schauspielen (lacht).

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Judith Hoersch: "Ich bin immer sehr erleichtert, wenn es gelungen ist"

Liebenswert: Können sich die Fans denn in der neuen Staffel auf ein paar Rückblenden von Quirin freuen?

Judith Hoersch: Ja, es gab ja in der letzten Staffel schon relativ viele und man sieht auch, dass Lena immer wieder Bilder anschaut und ihrem Sohn vom Papa erzählt. Oder wie sie auf den Waldfriedhof zu seinem Baum geht und ihm vom Leben erzählt. Er ist sozusagen gegenwärtig nur nicht mehr als Person, aber er ist extrem in ihrem Leben.

Liebenswert: Wie schaffen Sie es denn privat abzuschalten, wenn Sie so harte Themen wie die Schicksalsschläge von Lena spielen?

Judith Hoersch: Ich bin immer sehr erleichtert, wenn es gelungen ist (lacht). Es gibt natürlich auch Drehtage, bei denen ich weiß, dass sie eine harte Nummer werden. Man muss sich das ein bisschen wie einen Schweinehund vorstellen, den es zu überwinden gilt. Also wenn man es zum Sport geschafft hat und danach froh ist, dass man es geschafft hat (lacht). Den damit verbundenen Stress kann ich tatsächlich einfach abschütteln. Und ich schüttele mich dann wie ein Hund (lacht) und entspanne mit Musik oder trinke einen guten Kaffee. Am Set atme ich nach so einem Tag tief durch, guck in die Berge und erinnere mich wieder, dass das Leben gut ist und das ich ein gesundes Kind habe.

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Judith Hoersch: Schreiben ist ihre zweite Leidenschaft

Liebenswert: Neben der Schauspielerei sind Sie auch Autorin. Auf Instagram haben Sie verraten, dass Sie gerade an Ihrem zweiten Buch sitzen.

Judith Hoersch: Ja (lacht).

Liebenswert: Wird das ähnlich spirituell wie ihr erstes Buch 'Juno und die Reise zu den Wundern'?

Judith Hoersch: Tatsächlich eher nicht. Natürlich gab es erst mal wie bei allen Autoren diese Idee, man müsse jetzt dieses Genre weiterhin bespielen und jetzt nur noch solche Bücher schreiben. Aber ich habe gemerkt, dass sich etwas anderes aufdrängt. Und das habe ich dann lange mit meiner Literaturagentin besprochen. Ich schreibe an einem komplexen Familiendrama, indem es um vier Frauen geht. Es beginnt in den Achtzigerjahren und endet 2018. Und diese vier Frauen sind miteinander verwandt und verbandelt, wissen aber nichts voneinander. Die Geschichte erzähle ich aus diesen vier Frauenperspektiven und springe in den Zeitachsen. Es wird also ein sehr umfangreiches Buch (lacht). Ich rechne mit einem Textumfang von fünf bis 600 Seiten. Ich bin jetzt auf 250 … habe also noch eine Menge vor mir (lacht). Aber es macht mir große Freude. Und ich bin tatsächlich in einem rauschhaften Zustand, gerade weil ich immer um fünf Uhr morgens anfange zu schreiben.

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'Lena Lorenz'-Star Judith Hoersch: "Man wird mit der Elternschaft noch mal neu geboren"

Liebenswert: In Ihrem ersten Buch ist Selbstliebe ein wichtiges Thema. Spielt dieses auch in Ihrem zweiten Buch eine wichtige Rolle?

Judith Hoersch: Also dieses Buch, was ich jetzt schreibe, hat natürlich eine tiefe Aussage, aber es ist kein per se spirituelles Buch. Das Überthema ist eher die Frage ‚Wo kommen wir her und wer war unsere Mutter?‘ Es geht im weitesten Sinne um die Prägung der Mutter und Tochter. Und es geht auch darum, dass wir vielleicht die Frau hinter der Mutter oft nicht sehen. Dass sie aber auch eine Jugend und Kindheit hatte und da bestimmte Dinge passiert sind, wissen wir oft gar nicht. Auch nicht wie sie war, bevor sie Mutter wurde. Deswegen beschäftigt sich das neue Buch mehr mit der Frage: 'Was geben wir an unsere Kinder unterbewusst weiter?'

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Liebenswert: Ist das dann ein Thema, das Sie selbst als Mutter auch beschäftigt? Also was Sie unterbewusst an Ihr Kind weitergeben?

Judith Hoersch: Ja, natürlich. Klar, Kinder halten uns Eltern ja auch permanent den Spiegel vor. Es gibt dieses wunderbare Zitat ‚Man muss seine Kinder nicht erziehen, sie machen ja sowieso alles nach‘. Und das ist schon etwas, das einem als Elternteil auf einmal sehr bewusst wird. Wir haben uns als Eltern natürlich auch darüber unterhalten. Zum Beispiel habe ich ein sehr schnelles, hohes Tempo, ich kann sehr lange sehr hart arbeiten. Will ich, dass das mein Kind auch so macht oder drücke ich ihm mein Tempo auf? Oder lasse ich das Kind sein eigenes Tempo entwickeln? Welche Traumata gibt man unbewusst weiter? Mit solchen Fragen beschäftige ich mich. Man wird mit der Elternschaft noch mal neu geboren (lacht) und schaut plötzlich ganz anders auf seine Jugend und Kindheit. Man schaut auch anders auf seine Mutter, wenn man plötzlich selbst eine ist. Vieles lässt sich besser nachvollziehen. Meine Mutter hat früher immer diesen Spruch gesagt, den alle Mütter sagen: ‚Du wirst es erst verstehen, wenn du selbst einmal Kind hast‘. Und es stimmt leider (lacht).

'Lena Lorenz'-Star Judith Hoersch: Reisen ist für sie ein Gefühl von Freiheit

Liebenswert: Als kleinen Ausgleich zum Alltagsstress verreisen Sie gerne mit dem Wohnwagen. Was löst das Reisen für ein Gefühl in Ihnen aus?

Judith Hoersch: Ich glaube, es gibt kaum eine bessere Art, sein Geld auszugeben (lacht). Dieses Gefühl von absoluter Freiheit, die Größe der Welt zu spüren und dass es die Möglichkeit gibt, so viel über sich selbst zu lernen - das Gefühl ist ganz schwer zu erklären. Es ist aber auch die Frage des ‚Wie reise ich?‘ Wer nur in einem Luxushotel absteigt, wird sich nicht großartig verändern, weil man nicht mit Land und Leuten in Verbindung kommt. Aber wer wirklich in eine andere Kultur eintaucht, der nimmt auch etwas fürs eigene Leben mit.

Liebenswert: Haben Sie denn schon mal daran gedacht eine Weltreise zu machen?

Judith Hoersch: Also es gab nach dem Abitur schon die Überlegung, eine Weltreise zu machen. Zu dieser Zeit gab es noch dieses ‚All around the world‘ Ticket. Aber ich habe damals schon gedreht und wollte so schnell es geht Schauspielerin werden und habe mich gegen eine Weltreise entschieden. Heute würde ich es anders machen.

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Liebenswert: Neben der Schauspielerei schreiben Sie auch Drehbücher. Ihr jüngster Film heißt 'Ilse'. Warum war der Kurzfilm für Sie so ein Herzensprojekt?

Judith Hoersch: Bei 'Ilse' ist der besondere Fall, dass Claudia Engl und ich die Geschichte ihrer Großmutter Ilse Engel erzählen wollten. Und tatsächlich habe am Ende nicht nur den Titelsong gesungen, das Drehbuch geschrieben und die Hauptrolle gespielt, sondern auch gemeinsam mit Claudia Engl am Ende auch die Regie übernommen. Es hat mir sehr am Herzen gelegen, diese Geschichte zu erzählen, weil Ilse einfach eine beeindruckende Frau war. Der Dreh war ein toller Prozess, bei dem wir uns gerade in der Postproduktion befinden. So ein Film geht ja durch Tausende Hände. Das Besondere war auch, dass ich zum ersten Mal mit meinem Freund zusammengearbeitet habe, er hat die Kamera gemacht.

Judith Hoersch wünscht sich Weltfrieden

Liebenswert: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Judith Hoersch: Irgendwie ist es das, was man früher in sein Poesiealbum geschrieben hat: Weltfrieden. Ja, keinen Krieg. Und für mein Leben wünsche ich mir einfach weiterhin viel Expansion und viele Möglichkeiten. Ich würde gerne neben 'Lena Lorenz' auch andere Rollen wieder spielen. Was in den letzten zwei Jahren durch die Pandemie etwas in den Hintergrund getreten ist. Das ich mein Buch fertig bekomme und das ich den perfekten Verlag dafür finde. Und dass ich mir weiterhin Freiheiten erarbeiten kann.

Liebenswert: Herzlichen Dank für das Gespräch.

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