Warnsignal per Smartphone

Pfeifen im Ohr: Diese Tinnitus-Apps können helfen

Knapp vier Millionen Menschen leiden an einem akuten oder chronischen Tinnitus. Von den Krankenkassen finanzierte Tinnitus-Apps können nun einen neuen Therapieansatz ermöglichen.

Bei Pfeifen im Ohr können Tinnitus-Apps eine schnelle Hilfe sein.
Rund vier Millionen Menschen leiden an einem akuten oder chronischen Tinnitus. Spezielle Apps sollen in Zukunft dagegen helfen, das Pfeifen im Ohr zu behandeln. Foto: AndreyPopov / iStock

Ein plötzliches Pfeifen im Ohr, Rauschen oder Klingeln können erste Warnsignale des Körpers sein, dass Sie an einem akuten oder auf Dauer sogar an einem chronischen Tinnitus erkrankt sind. Studien belegen, dass knapp vier Millionen Menschen an einem Hörsturz oder Tinnitus leiden. Die Ursachen können zum Beispiel Stress, Verspannungen oder akute Hörschäden sein. Häufig führen auch zusätzliche emotionale Beschwerden wie Angst, depressive Verstimmungen oder Nervosität zu den Faktoren, die einen Tinnitus begünstigen.

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Aus diesem Grund entwickeln immer mehr Hersteller Apps, die auf mögliche Anzeichen eines Tinnitus hinweisen und über das Smartphone Therapieanwendungen ausspielen, um einem Tinnitus-Risiko entgegenzuwirken oder einen bereits bestehenden Tinnitus zu kurieren. Wie genau das funktioniert, welche Apps zum Beispiel schon auf dem Markt sind und worüber diese finanziert werden können, lesen Sie hier.

Sehen Sie hier, wie Sie Tinnitus-Beschwerden schnell entgegen wirken können (Der Artikel geht unter dem Video weiter):

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Rauschen im Ohr: Wie genau hilft eine Tinnitus-App?

Eine Tinnitus-App kann selbstverständlich keine Diagnose eines HNO-Arztes oder eines Psychotherapeuten ersetzen. Dennoch können Sie sehr hilfreich sein, denn die Apps sind in der Regel auf das individuelle Verhalten eines Nutzers abgestimmt und beobachten zum Beispiel emotionale Veränderungen - wie ein erhöhtes Stresslevel. Haben die Apps dieses registriert, bieten sie ihren Nutzer*innen die Möglichkeit, dieses zu senken und damit auch die Gefahr, einen Tinnitus durch Stress auszulösen.

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Einige Apps haben zum Beispiel Entspannungstipps parat, dämmen automatisch die Lautstärke Ihrer Kopfhörer oder aktivieren ebenfalls über Kopfhörer eine Wärmetherapie. Sollte Ihr Tinnitusrisiko plötzlich zunehmen, reagieren die Apps häufig mit einem Vorschlag, direkt einen Arzt zu kontaktieren. Auch dann, wenn Sie selbst vielleicht noch gar nicht bemerkt haben, dass dieses Risiko besteht.

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Pfeifen im Ohr: Welche Tinnitus-Apps gibt es?

Da Tinnitus-Apps auf die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen angepasst sind, gibt es verschiedene Apps mit unterschiedlichen Wirkungen. Wir stellen Ihnen drei davon vor.

Tinnitus-App 'Kalmeda'

Die App zur Behandlung eines Tinnitus ist wie eine Verhaltenstherapie individuell auf den Nutzer angepasst und ersetzt zum Beispiel negative Denk- und Verhaltensmuster und emotionale Bewertungen durch positive. Laut Hersteller bietet die App fünf Level mit jeweils neun Etappen, die individuelle Anleitungen zu Aufmerksamkeitslenkungen, Entspannung, Achtsamkeit, Akzeptanz und direkten Kontakt zu einem Arzt ermöglichen. Die App, die von dem Pharmaunternehmen Pohl-Boskamp in Zusammenarbeit mit mynoise und h3ko entwickelt wurde, ist sogar ohne Internetverbindung nutzbar.

Mehr Informationen finden Sie hier: kalmeda.de

'Tinnitracks'-App

Mit Hilfe ihrer Technologie filtert die App, mit der sich ein Tinnitus therapieren lässt, zum Beispiel die individuelle Tinnitus-Frequenz aus der Lieblingsmusik des Nutzers heraus. Anschließend stellt sie einen persönlichen Musik-Mix zusammen. Die App bietet laut Hersteller, der Sonormed GmbH, eine Basis-Therapie und einer Neuro-Therapie an. Die Basis-Therapie dauert ca. sechs Wochen, die Neuro-Therapie dagegen zwölf Monate mit einer täglichen Anwendung à 90 Minuten. Für die Nutzung der App benötigen Nutzer*innen eine Diagnose ihres HNO-Arztes.

Mehr Informationen finden Sie hier: tinnitracks.com

'Tinniwell'-App

Laut der Resaphene Suisse AG, der Herstellerin der App, ist zur Nutzung dieser Anwendung, mit der sich ein Tinnitus lindern lassen soll, kein Arztbesuch nötig. Zu der App gehören ein Tinniwell-Basisgerät, ANC-Kopfhörer und Therapie-Ohrhörer. Damit können Nutzer*innen einen 'Antischall' erzeugen, der Störungsgeräusche ausblendet und mit 'In-Ear-Kopfhörern' eine Wärmebehandlung im Außen- und Mittelohr erzeugen, die die Durchblutung im Ohr fördert.

Mehr Informationen finden Sie hier: resaphene.ch

Brummen im Ohr: Wie kann eine Tinnitus-App finanziert werden?

Seit der Einführung des 'Gesetz für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation' am 19. Dezember 2019 verschreiben Ärzte auf die Veranlassung der Bundesregierung immer häufiger Apps auf Rezept oder veranlassen eine Krankschreibung per Videosprechstunde. Aus diesem Grund gibt es zahlreiche Krankenkassen, die auf die Vorlage eines ärztlichen Attest auch die Kosten für eine Tinnitus-App übernehmen. Apps wie zum Beispiel die von 'Kalmeda' oder 'Tinnitracks' werden von den Krankenkassen finanziert. Weitere Informationen zu der Kostenübernahme können Sie bei Ihrer Krankenkasse erfragen.

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