Forschungslage gibt Hoffnung

Rotalgen-Nasenspray soll laut Studien vor Coronavirus schützen

Wie Studien nahelegen, soll die Anwendung von Rotalgen-Nasensprays das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus deutlich senken.

Eine Frau benutzt Nasenspray.
Forscher*innen kam zu dem Ergebnis, dass die regelmäßige Nutzung von Rotalgen-Nasensprays den Schutz vor Coronaviren um ein Vielfaches erhöht. Foto: iStock / CentralITAlliance

Abstand, Atemschutzmasken, Hände waschen - all diese Maßnahmen im Kampf gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus haben wir schon lange verinnerlicht. Doch wie eine Studie aus Argentinien zeigt, soll auch der Einsatz eines Rotalgen-Nasensprays (dessen natürlicher Wirkstoff Carragelose aus Rotalgen gewonnen wird) den Schutz vor diesem Krankheitserreger um ein Vielfaches erhöhen.

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Forschungen zur Wirksamkeit von Rotalgen-Nasenspray

Für die Studie wurden knapp 400 Krankenhausmitarbeiter*innen, die täglich direkten Kontakt zu Infizierten hatten, in Argentinien untersucht. Die Proband*innen verwendeten drei Wochen lang entweder viermal täglich ein carragelosehaltiges Nasenspray oder ein Placebo. Ergebnis: Wer ein carragelosehaltiges Nasenspray (zum Beispiel algovir Erkältungsspray von Hermes Arzneimittel, rezeptfrei in der Versandapotheke erhältlich) nutzt, infiziert sich der Studie zufolge um 80 Prozent seltener mit SARS-CoV-2.

Rotalgen werden viele gesundheitsfördernde Merkmale nachgesagt: Das langkettige Wirkstoffmolekül Carragelose soll bewirken, dass sich Viren, die über die Atemwege in den Körper gelangen, in ihm verfangen. Wird ein entsprechendes Nasenspray verwendet, soll die Carragelose einen Schutzfilm auf der Nasenschleimhaut bilden und so als physikalische Barriere gegen das Eindringen der Viren wirken - mit dem Effekt, dass diese dort keine Chance haben, sich zu vermehren.

Anwendung gegen das Coronavirus wird Krankenhäusern empfohlen

Bereits vor einigen Monaten sprach die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene die Empfehlung aus, dass Nasensprays mit dem Wirkstoff Carragelose auf den Coronastationen zum Einsatz kommen sollten.

Erfahren Sie in diesem Video, welche besonderen Symptome die sehr ansteckende Delta-Variante des Coronavirus hervorruft (der Artikel geht unter dem Video weiter):

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Auch zu Hause soll der Einsatz von Rotalgen-Nasensprays sinnvoll sein, um sich besser vor dem Coronavirus zu schützen. "In-vitro-Daten zeigen, dass der breite Einsatz von Carragelose-Sprays gerechtfertigt ist und jedenfalls einen Nutzen hat", erklärt Ulrich Schubert, Forscher am Virologischen Institut der Uniklinik Erlangen. Er arbeitet gemeinsam mit seiner Forschungsgruppe sowie dem österreichischen Pharmaunternehmen Marinomed Biotech AG an drei Folgestudien.

"Da ist einerseits die praktisch nebenwirkungsfreie Wirkung gegen das pandemische Coronavirus, für das wir nun gute Labordaten und erste positive Daten aus klinischen Studien haben. Gerade angesichts der Mutationen, die sich aktuell immer rasanter ausbreiten, halten wir die Carragelose für eine echte Option in der Bekämpfung der Pandemie."

Carragelose-Sprays versprechen Wirksamkeit gegen Erkältungen

Der von Forscher*innen in ihren Studien nahegelegte Nutzen im Kampf gegen COVID-19 ist Experten zufolge allerdings noch nicht alles. "Anderseits wirkt die Carragelose auch gegen alle anderen Erkältungsviren", erklärt Schubert weiter. Sprays, die diesen natürlichen Wirkstoff enthalten, sollen dabei helfen, einer Erkältung - die im Erwachsenenalter durchschnittlich zwei Mal jährlich auftritt - vorzubeugen.

Zum Weiterlesen: Wie Sie eine Erkältung in sieben Tagen auskurieren können

Auch, wenn Sie ein carragelosehaltiges Nasenspray verwenden, sollten Sie allerdings in erster Linie auf folgende Maßnahmen gegen Erkältungen sowie das Coronavirus achten:

  • Waschen Sie sich häufig und gründlich die Hände.

  • Versuchen Sie, sich nicht ins Gesicht zu fassen.

  • Isolieren Sie sich von erkrankten Personen (bei Erkältungen sollten Sie den Kontakt zumindest auf ein Minimum reduzieren).

  • Halten Sie insbesondere in Innenräumen Abstand zu Personen außerhalb Ihres eigenen Hausstands.

  • Tragen Sie dort, wo kein ausreichender Abstand möglich ist, eine (möglichst medizinische) Atemschutzmaske.

  • Lüften Sie Räumlichkeiten regelmäßig und mit komplett geöffnetem Fenster.

  • Verlegen Sie Treffen möglichst ins Freie - dort ist das Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus geringer.

  • Desinfizieren Sie zu Hause alle Oberflächen, mit denen Sie täglich häufig in Kontakt kommen (zum Beispiel Türklinken), regelmäßig.

  • Nutzen Sie die kostenlosen Corona-Schnellteststationen, im Handel erhältliche Selbsttests und das Impfangebot der Regierung.