Emotionales Thema

Silke Bodenbender: Darum findet sie Patientenverfügungen wichtig

Schauspielerin Silke Bodenbender (47) verrät in ihrem neuen Film 'Bring mich nach Hause', warum es so wichtig ist sich mit dem Tabu-Thema Patientenverfügung auseinanderzusetzen.

Ulrikes (Silke Bodenbender) Mutter Martina (Heidi Kriegskotte) liegt als Pflegefall im Krankenhaus.
Ulrike (Silke Bodenbender, r.) ruft besorgt einen Pfleger im Krankenhaus, weil eine Wespe ihrer Mutter Martina (Hedi Kriegeskotte, l.) ins Gesicht gestochen hat. Foto: ZDF und Hannes Hubach

Ulrikes (Silke Bodenbender) Mutter Martina (Heidi Kriegskotte) fällt nach einem Sturz plötzlich ins Koma. Monatelang liegt Martina mit Hirnschäden im Krankenhaus und ihr Zustand verbessert sich nicht. Für Ulrike und ihre Schwester Sandra (Anneke Kim Sarnau) keine einfache Situation, denn es gibt keine Patientenverfügung, die entscheidet, ob die lebenserhaltenden Maßnahmen abzuschalten sind. Als sich die Schwestern endlich einig sind, steht ihnen das Schlimmste noch bevor ...

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Wie wichtig ist eine Patientenverfügung? Eine Frage, die der ZDF-Film 'Bring mich nach Hause', der am 25. Oktober 2021 (20:15 Uhr, ZDF) im Fernsehen läuft, thematisiert wird. Ein Thema, das gesellschaftlich nach wie vor als Tabu gilt, obwohl jede*r davon betroffen ist, wie Schauspielerin Silke Bodenbender (47) erklärt.

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Keine Patientenverfügung zu haben hat auch Konsequenzen

Der Film 'Bring mich nach Hause' soll darauf hinweisen, dass eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht den Angehörigen zumindest etwas Sicherheit und Orientierung geben, um im Sinne des geliebten Menschen entscheiden zu können, heißt es in einer Pressemitteilung des ZDF. Aber was passiert, wenn eine Patientenverfügung fehlt oder unzureichend ausgefüllt ist? "'Bring mich nach Hause' zeigt, zu welch existenziellen Dilemmata es kommen kann, wenn unterschiedlichste Haltungen zur Sache aufeinanderprallen. Angehörige wie medizinisches Personal sind ihrem Gewissen und dem Gesetz verpflichtet", beschreibt der TV-Sender den Kern des Films.

Ein Thema, das Hauptdarstellerin Silke Bodenbender auch nach Drehschluss beschäftigte. Sie selbst habe eine Patientenverfügung für ihre Eltern, erzählt sie im Interview mit dem ZDF. "Ich wusste allerdings nicht, dass es solche Konsequenzen haben kann, wenn eine Patientenverfügung fehlt", erklärt die Schauspielerin.

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Patientenverfügungen führen zu inneren Konflikten bei Angehörigen

Für Silke Bodenbender existiere allgemein eine gewisse Tabuisierung des Sterbens und des Todes in der Gesellschaft. "Dieses Thema ist ja mit vielen Ängsten und emotionalem Schmerz verbunden", sagt sie im Interview. Ihre Figur Ulrike trage einen inneren Konflikt mit sich aus, wie es wahrscheinlich viele Angehörige von Patienten*innen erleben. "Ulrike möchte einerseits nicht wahrhaben, dass ihre Mutter nicht zurückkommen wird. Sie möchte sie nicht gehen lassen. Andererseits erkennt sie nach und nach, dass sie mit diesem Glauben an das Überleben ihrer Mutter, womöglich gegen deren bei Bewusstsein geäußerten Willen handelt. Letztlich ist es für Ulrike ein Prozess des Abschiednehmens, der nicht maßgeblich von ihren religiösen Gefühlen und Überzeugungen geprägt wird", erklärt der TV-Star.

Patientenverfügungen betreffen Kinder und Eltern

Eine Entwicklung ihrer Figur, die auch Silke Bodenbender in ihrem persönlichen Umgang mit dem Thema weiterbrachte. "Die Auseinandersetzung mit dem Thema Patientenverfügung ist für mich noch nicht abgeschlossen, aber mir ist bewusst geworden, wie sehr es mich selbst betrifft und nicht nur meine Eltern", erzählt sie im Gespräch mit dem ZDF. Für sie stelle sich die Frage, ob nicht jede Bürgerin und jeder Bürger zu einem bestimmten Zeitpunkt aufgefordert werden sollte, eine Patientenverfügung auszufüllen. "Ich denke, man kann von jedem erwarten, Verantwortung für sich und seinen Körper über den Tod hinaus zu übernehmen und so den Hinterbliebenen viel Leid zu ersparen", erklärt Silke Bodenbender.

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Ab Montag, 18. Oktober 2021, 10.00 Uhr können Sie 'Bring mich nach Hause' in der ZDF-Mediathek sehen