Gartenschädling

Wühlmäuse vertreiben: 7 wirksame Hausmittel gegen Schermäuse

Wühlmäuse, die den ganzen Garten umgraben und sich über die Wurzeln der Pflanzen hermachen sind lästige Zeitgenossen. Wir verraten Ihnen, wie Sie den Gartenschädling wirksam vertreiben können.

Wühlmaus im Garten.
Wühlmäuse können Ihrem Garten in erheblichem Maße schaden, weil Sie mit Vorliebe Pflanzenwurzeln verspeisen. Foto: Gerdzhikov / iStock

Woran erkenne ich Wühlmäuse im Garten?

Braune Erdhaufen auf der Rasenfläche müssen nicht zwangsläufig auf einen Maulwurf hindeuten, denn auch Wühlmäuse (Arvicolinae) können Gartenliebhaber in den Wahnsinn treiben. Während der unter Artenschutz stehende Maulwurf lediglich den Garten mit den für ihn typischen Maulwurfshügeln verwüstet, richtet die Wühlmaus weitaus größere Schäden an. Die kleinen Nagetiere, die meist zur Art der Schermäuse gehören, fressen mit großer Vorliebe Pflanzenwurzeln aller Art. Ganz oben auf ihrem Speiseplan stehen neben Kartoffel- und anderen Gemüsepflanzen auch Blumenzwiebeln, Knollen und Obstbaumwurzeln.

Von einem Maulwurf unterscheiden kann man sie an ihren Bauten. Die Erdhaufen der Wühlmäuse haben das Loch in der Regel seitlich und nicht mittig. Mit der Verwühlprobe können Sie testen, ob der Gang noch bewohnt ist. Legen Sie ihn dafür an einigen Stellen frei und warten Sie ab. Wühlmäuse schließen ihn innerhalb weniger Stunden wieder, Maulwürfe untergraben den Bereich. Lesen Sie hier weitere Unterschiede zwischen Maulwurf und Wühlmaus.

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Anzeichen für einen Wühlmaus-Befall

Je nach Pflanzenbestand in Ihrem Garten können sich die vegetarischen Nager bei Ihnen richtig wohlfühlen. Einen starken Befall merken Sie daran, dass Ihre Gemüseernte deutlich schlechter ausfällt, weil viele Knollen und Wurzeln bereits aufgefressen oder angenagt sind. Junge Obstbäume können so stark geschädigt werden, dass sie komplett absterben und auch Blumenzwiebeln fallen Wühlmäusen häufig zum Opfer, sodass die erwartete Blütenpracht leider ausbleibt. Und dann sind da ja auch noch die Erdhaufen, die die Rasenfläche verunstalten. Bei einem oder mehrerer dieser Anzeichen sollten Sie tätig werden, denn die Weibchen der Schermaus bringen jedes Jahr bis zu 25 Junge zur Welt, sodass sich der Wühlmaus-Befall schnell zur Plage ausweiten kann.

Wühlmäuse bekämpfen mit diesen Hausmitteln

Um die Wühlmäuse möglichst nachhaltig aus dem Garten zu vertreiben gibt es verschiedene Möglichkeiten. Hierbei können sowohl vorbeugende, als auch akute Maßnahmen sinnvoll sein. Ziel sollte es jedoch sein, die unliebsamen Lebewesen auf sanfte Art und Weise zu bekämpfen und es ihnen in Ihrem Garten zum Beispiel durch Lärm oder unliebsamen Geruch ungemütlich zu machen, denn dann verschwinden sie meist von ganz alleine!

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Mit Lärm gegen Schermäuse vorgehen

Wühlmäuse haben ein ausgeprägtes Gehör und fühlen sich, ähnlich wie auch der Maulwurf von Geräuschen gestört. Um die Tiere zu stören, eignen sich zum Beispiel kleine Windräder, die durch Wind eine Schraubenmutter zum Rotieren bringen und so ein für den Nager unangenehmes Geräusch erzeugen. Auch Geräte, die Ultraschallwellen ausstoßen, können sinnvoll sein. Die kleinen solarbetriebenen Geräte werden in die Erde gesteckt und sorgen dort für stetige Schallwellen, die die Tiere vertreiben sollen.

Die wohl einfachste Alternative, die für jeden sofort umsetzbar ist, ist das Aufstellen von umgedrehten Glas- oder PET-Flaschen. Stellen Sie die Flaschen dazu mit der Öffnung nach unten in die Eingänge. Bei Wind erzeugen Sie ein für die Wühlmaus abschreckendes Pfeifen. Als vorbeugende Maßnahme eignet sich zum Beispiel auch ein regelmäßiges Rasenmähen sowie sportliche Aktivitäten auf dem Rasen wie das Spielen und Rennen mit dem Hund. Die Bodenerschütterung stellt für die tag- und nachtaktive Maus ebenfalls eine Bedrohung dar, die sie im besten Fall zur Flucht veranlasst.

Tipp: Lärm und Geruch einfach kombinieren

Besonders hartnäckige Wühlmäuse, die sich in Ihrem Garten richtig wohlfühlen, können auch mit Geräuschen und Geruch vertrieben werden. Nehmen Sie dafür eine PET-Flasche und schneiden den Boden ab. Legen Sie den Eingang des Wühlmauslochs ein wenig frei und stecken Sie die Flasche anschließend mit dem Hals in das Loch. Nun können Sie zusätzlich einen Schuss Jauche oder saure Buttermilch in die Flasche kippen. Die stark riechende Flüssigkeit landet dann bestenfalls direkt im Gangsystem der Wühlmaus und bewegt sie zum Auszug aus Ihrem Garten.

Wühlmäuse mit unangenehmen Gerüchen vergrämen

Die lästigen Wurzelfresser sind außerdem sehr geruchsempfindlich. So haben sich unter Hobbygärtnern folgende Gerüche bewährt, die direkt in das Gangsystem der Wühlmäuse eingebracht werden sollten:

  • Thuja, Fichte oder Holunder in Form von Jauche

  • Thuja- oder Nussbaumzweige

  • Vergorene Buttermilch

  • Knoblauch

  • Hochprozentiger Alkohol/ Brennspiritus

  • Kräuteröle

Während Buttermilch und Jauche direkt in das Gangsystem gegossen werden können, reicht es bei den Kräuter- öder ätherischen Ölen, wenn ein paar Tropfen auf den Erdhaufen geträufelt werden oder ein Gemisch mit Öl und Wasser im Garten versprüht wird.

In Internetforen und unter Gartenfreunden ist auch Essig ein viel diskutiertes Mittel zur Bekämpfung von Wühlmäusen. Der unangenehme Geruch soll angeblich dafür sorgen, dass die Wühlmaus nachhaltig aus dem Garten vertrieben wird. Hierzu sei jedoch gesagt, dass der Einsatz von Essig oder Essigsäure im Garten sehr umstritten ist. So ist die Verwendung von Essig für die Unkrautentfernung auf versiegelten Flächen sogar laut § 3 des Pflanzenschutzgesetzes rechtswidrig. Es ist also unbedingt davon abzuraten, Essig in den Boden einzubringen, denn er schadet nicht nur der zu vertreibenden Wühlmaus, sondern auch dem Bodenmilieu und etwaigen im Boden lebenden Organismen wie zum Beispiel Regenwürmer.

Der Essiggeruch lässt sich jedoch trotzdem zur Abwehr nutzen! Tränken Sie dafür einen alten Baumwolllappen oder auch mehrere mit dem Essig und binden Sie die Essiglappen an einen Stock. Die Duftstäbe können im Anschluss an den entsprechenden Stellen im Garten platziert werden.

Mit Haaren gegen Wühlmäuse vorgehen

Interessanterweise haben Gartenexperten festgestellt, dass auch Haare gegen einen Wühlmaus-Befall helfen sollen. Hier eignen sich sowohl menschliche als auch Hunde- oder Katzenhaare. Es lohnt sich also, beim Friseur nach ein paar Haarresten zu fragen, die dann anschließend in die Löcher gesteckt werden können. Beim Bürsten des Hundes im Fellwechsel dürften ebenfalls genug Haare abfallen. Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert!

Schauen Sie im Video, womit Sie Mäuse im Haus am besten fangen können. (Der Artikel geht unter dem Video weiter)

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Natürliche Feinde der Schermaus fördern

Eine Katze im Haus vertreibt die Maus! Ähnlich verhält es sich auch mit der Wühlmaus, denn wenn Sie ihre natürlichen Feinde in Ihrem Garten willkommen heißen, wird die Wühlmaus recht schnell das Nachsehen haben. Bei folgenden Fressfeinden steht der Nager auf dem Speiseplan:

  • Katze
  • Fuchs
  • Mauswiesel
  • Marder
  • Iltis
  • Eule
  • Greifvögel

Eine Ecke mit Totholz oder Steinen für den Wiesel, sowie ein passierbarer Gartenzaun für den Fuchs und Sitzstangen für Greifvögel wie Mäusebussarde sind ein paar Maßnahmen, die Sie ergreifen können. Der NABU schreibt außerdem, dass ein Garten mit Maulwurf meist wühlmausfrei ist, weil auch dieser einer ihrer natürlichen Feinde ist. Der Insektenfresser frisst nämlich gerne die Gelege der Wühlmaus.

Jungbäume mit Wurzelschutzkörben schützen

Hatten Sie bereits mit Wühlmäusen in Ihrem Garten zu kämpfen, empfehlen sich weitere vorbeugende Maßnahmen, zu denen auch sogenannte Wurzelschutz- oder Wühlmauskörbe gehören. Diese bestehen aus einem engen Drahtgeflecht und werden beim Einpflanzen um die Wurzeln gelegt. Die Hauptwurzeln von jungen Bäumen können so effektiv geschützt werden, weil die Wühlmaus nicht durch den Draht an die Wurzeln gelangt.

Graben Sie dafür vor dem Pflanzen des Baumes ein doppelt so großes Pflanzloch und legen dieses mit einem entsprechenden Wurzelschutzkorb oder einfachem Hasendraht aus. Füllen Sie es mit etwas Pflanzerde und setzen Sie den Baum anschließen in das Loch. Die Hauptwurzeln bleiben künftig vor Wühlmausverbiss geschützt. Wird der Baum größer, wachsen die Wurzeln aus dem Korb heraus.

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Abwehr- oder Ablenkpflanzen zum Schutz vor Schermäusen

Auch der Einsatz von Abwehr- oder Lockpflanzen gegen Wühlmäuse hat sich in einigen Gärten bewährt. Sie sind jedoch längst nicht so zuverlässig wie andere Hausmittel. Ziel ist es dabei, Pflanzen wie Kaiserkrone, Wolfsmilch, Knoblauch oder Narzissen als Zwischenpflanzen zu kultivieren und das Nahrungsangebot der Schermaus so deutlich zu verkleinern. Um andere Pflanzen zu schützen können auch gezielt Lockpflanzen wie zum Beispiel Topinambur angepflanzt werden, um die Nager von den anderen Pflanzen abzulenken. Letztere Methode sorgt jedoch nicht dafür, die Wühlmaus ganzheitlich aus dem Garten zu vertreiben und ist daher eher ungeeignet und mit einem unnötig hohen Aufwand verbunden.

Wühlmausfallen aufstellen: So geht's

Natürlich ist es auch möglich, den Gartenschädling gezielt mit einer Wühlmausfalle zu fangen. Um den kleinen Nagern einen schmerzvollen Tod zu ersparen, der auch aus tierschutzrechtlichen Gründen kritisch zu hinterfragen ist, verzichten wir auf Schlagfallen, bei denen der Wühlmaus das Genick gebrochen wird und setzen stattdessen auf Lebendfallen. Diese sind im Handel erhältlich und können mit Ködern bestückt werden. Möhren oder Selleriestücke haben sich hier bewährt.

Tipp: Die schlauen, geruchsempfindlichen Tiere lassen sich nicht so leicht fangen. Die Fallen sollten Sie daher nur mit Handschuhen anfassen und anschließend mit Erde einreiben, damit sie möglichst geruchsneutral sind. Gefangene Tiere sollten in weiter Entfernung in die Freiheit entlassen werden.

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