Krimi-Serie

SOKO Wien: Andreas Kiendl ermittelt auch nach Drehschluss

Auch in der 16. Staffel 'SOKO Wien' schlüpft Schauspieler Andreas Kiendl (45) in die Rolle des Bezirksinspektors Klaus Lechner. Warum er nach zehn Jahren zurückkehrte und auch nach Drehschluss einen Spürsinn hat, verrät er im Interview.

Andreas Kiendl am Set von 'SOKO Wien'.
Schauspieler Andreas Kiendl ist zurück bei 'SOKO Wien'. Foto: imago images/Future Image

Ab dem 24. September 2021 können sich Fans der Spezialeinheit der Wiener Kriminalpolizei ('SOKO Wien', 18 Uhr, ZDF) auf neue spannende Fälle freuen. Mit dabei ist erneut Bezirksinspektor Klaus Lechner (Andreas Kiendl), der seit Beginn des Jahres wieder zum Team der 'SOKO Wien' gehört.

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Im Interview mit Liebenswert verrät Schauspieler Andreas Kiendl (45), warum er nach seiner zehn-jährigen Pause zur 'SOKO'-Familie zurückkehrte, wie die Zusammenarbeit mit dem neuen 'SOKO'-Kommissar Max Herzog (Martin Gruber) läuft und warum er sich auch nach Drehschluss für Kriminalfälle begeistert.

Andreas Kiendl: 'SOKO Wien' kam unerwartet

Liebenswert: Herr Kiendl seit März sind sie neuer Kommissar bei der 'SOKO Wien'. Davor spielten Sie von 2006 bis 2009 Klaus Lechner bei der 'SOKO Kitzbühel'. Wie fühlt es sich für Sie an, wieder in der 'SOKO'-Familie dabei zu sein?

Andreas Kiendl: Es ist wunderbar, für mich war es wirklich eine sehr unerwartete Rückkehr in die 'SOKO'-Familie. Ich habe nicht damit gerechnet und bin auch quasi der erste dem das gelungen ist (lacht). Aber das Angebot kam genau zur richtigen Zeit und ich bin jetzt auch schon wieder eine Zeit lang dabei. Ich habe mich gut eingewöhnt.

Warum haben Sie sich dafür entschieden, erneut als Kommissar Lechner zu ermitteln?

Nach der 'SOKO Kitzbühel' hat es mir sehr gutgetan eine Zeit lang als Freelancer zu arbeiten, verschiedene Projekte zu machen und unterschiedliche Genres auszuprobieren. Als ich Vater geworden bin, haben sich die Wertigkeiten ein bisschen verändert. Jetzt sind meine Kinder mitten in der Schulzeit und da ist die Serie etwas, das mir Sicherheit gibt und mir berufliche Planbarkeit ermöglicht. Das waren auf jeden Fall Argumente für mich. Außerdem wusste ich schon ungefähr, wie das sein wird, so vom Ablauf. Und darauf habe ich Lust gehabt.

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Martin Gruber wird Stefan Jürgens in 'SOKO Wien' ersetzen

Wie hat sich Ihre Rolle in den zehn Jahren, die nun dazwischen liegen, verändert?

Ich habe das große Glück gehabt, dass ich aktiv bei der Rollengestaltung mitarbeiten durfte, bevor die Drehbücher geschrieben wurden. Und wir haben darüber nachgedacht, wie die Figur älter geworden ist, so wie ich auch älter geworden bin. Ich wollte eine Figur machen, die sich gut vom Stefan Jürgens abhebt, meinem Partner, und die vielleicht auch ein bisschen was Neues ist.

Er ist ja eher der Coole und Toughe und ich sehe meine Figur eher als den zerstreuten, den manchmal ein bisschen 'Columbo'-artigen nachdenklicheren. Das hat sich dann gut entwickelt. Wir haben das auch in den neuen Folgen beibehalten. Mit dem neuen Partner, dem Martin Gruber, hat sich natürlich auch einiges verändert, aber meine Figur ist gewachsen, so wie ich auch gewachsen bin.

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Hatten Sie Angst ihre Fans nach zehn Jahren in ihrer Rolle zu enttäuschen?

Nein, das glaube ich gar nicht. Die 'SOKO Kitzbühel' liegt wirklich weit zurück und das hat mir damals sehr gutgetan, auch in weiterer Folge, weil es natürlich eine gewisse Popularität bedeutet, aber das ist nicht unbedingt zu hundertprozentig die gleiche Schnittmenge mit der 'SOKO Donau' [Anm. d. Red.: in Deutschland unter 'SOKO Wien' im Programm]. Diese ist etwas urbaner.

Im Rahmen der 'SOKO'-Familie sind wir ein bisschen frecher und offener im Format. Wir machen teilweise auch etwas schräge Folgen und ein bisschen was Ungewöhnliches. Das macht schon sehr viel Spaß.

Max Herzog wird neuer Kommissar bei SOKO Wien

Können Sie sich an ungewöhnliche Folgen von 'SOKO Wien' zurückerinnern?

Da gab es eine Folge, die haben wir letzten Sommer gedreht in der Steiermark, wo ich auch herkomme. Das war wirklich eine sehr schräge Folge, wie im Wilden Westen. Da spielt sich alles so gefesselt am Tisch ab. Das war vom Dreh her sehr lustig, sowie auch die Kollegen*innen. Die Folge hat einen hohen Unterhaltungswert gehabt.

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In der neuen Staffel spielen Sie erstmals mit Schauspieler Martin Gruber alias Kriminalhauptkommissar Max Herzog zusammen. Wie ist die Zusammenarbeit zwischen Ihnen?

Ich schätze Martin ungeheuer, er ist wirklich ungewöhnlich bescheiden und teamfähig. Das tut uns allen sehr gut, weil wir ja doch ein enormes Pensum abschaufeln und wir viele Drehtage miteinander verbringen, also viel Zeit. Die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut. Natürlich muss er seine Figur auch erst richtig verinnerlichen und braucht auch seine Momente, aber er ist da auf einem sehr guten Weg. Ich bin sehr froh, dass er dabei ist.

Andreas Kiendl: Klaus Lechner ist verschroben

Und wie verstehen sich Kommissar Lechner und Max Herzog?

Das ist eben das Schöne, damit spielen wir gerade. Also das wäre ja langweilig, wenn die total harmonisch wären (lacht). Max ist eher so auf der tougheren, direkteren Seite angesiedelt und das macht er wirklich sehr gut, finde ich. Und das kollidiert dann doch schon mit meinem indirekten, doch schon ein bisschen österreichischen-nachdenklichen Humor. Da gibt es dann Missverständnisse und das ist super, so wie das ganze Team zusammen.

Könnten Sie sich vorstellen auch mal wieder mit Ihrer Lebensgefährtin Darina Dujmic vor der Kamera zu stehen?

Prinzipiell schon, auch sie schließt das sicherlich nicht aus. Nur meine Lebensgefährtin ist mittlerweile in einem anderen Job tätig und in Kombination mit den zwei Kindern ist da einfach wirklich wenig Ressource da.

Andreas Kiendl schreibt Kriminalromane

Sie schreiben selbst Kriminalromane. Ihr erster hieß 'Leibnitz'.  Hat ihre Arbeit als Krimi-Schauspieler darauf Einfluss? Woher nehmen Sie Ihre Ideen beim Schreiben?

Jein, der Kriminalroman, den ich geschrieben habe, das ist ein vollkommender untypischer Kriminalroman, wenn es nicht gerade darum geht, wer hat wen umgebracht. Ich wollte das schreiben, was ich bei Krimi-Serien so oft vermisse. Diese Kollateralschäden - was führt dazu wie ist es überhaupt so weit gekommen? Das kann man in einer Fernsehserie oder in einem Film niemals abbilden. In einem Roman aber schon und diesen Luxus habe ich mir gegönnt. Für mich ist das Schreiben eine wohltuende, andersartige Tätigkeit – sozusagen eine Auszeit von der Schauspielerei.

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Sie schreiben derzeit an einem weiteren Buch. Wird es wieder ein Kriminalroman oder wechseln Sie das Genre?

Ja, das ist richtig. Das ist auch ein Kriminalroman. Dieser liegt aber gerade auf Eis, weil ich parallel zur 'SOKO' auch an einem Kinoprojekt arbeite und das wird zeitlich ziemlich eng. Aber das Schreiben ist etwas, das mich hoffentlich noch sehr lange begleitet, es macht mir wirklich sehr viel Spaß. Und in erster Linie schreibe ich zwar für mich, aber es ist natürlich auch ein schöner Erfolg, wenn am Ende ein Buch dabei herauskommt (lacht).

Auf welche neuen Projekte von Ihnen dürfen wir uns künftig freuen?

Es ist so einiges im Köcher, das noch nicht ausgestrahlt wurde. Zum Beispiel für den ORF, da gibt es bei uns die Serie „Schnell ermittelt“ zusammen mit Ursula Strauß. In dieser habe ich auch eine schöne durchgehende Rolle. Auf diese Serie freue ich mich persönlich schon sehr, weil ich es selber noch nicht gesehen habe.

Ich muss immer so ein bisschen mittelfristig denken, ich hoffe, dass nächstes Jahr wieder so ein Projekt reinkommt, das mit der 'SOKO' nicht kollidiert. Die 'SOKO' ist etwas, das ich jetzt noch eine Zeit lang verfolgen möchte. Die macht mir unheimlich viel Spaß und mit dem Martin ist frischer Wind reingekommen. Ich denke, dass kann ich mir noch eine gewisse Zeit gönnen (lacht).

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Wie viele Drehtage haben Sie denn bei der 'SOKO'?

So etwa 85 Drehtage. Der Drehzeitraum war dieses Jahr zum Beispiel von Ende Mai bis Mitte November. Und das ist eine fünf-Tage Woche. Ich bin zwar nicht immer fünf Tage am Stück dran, aber innerhalb dieses Zeitraums gibt es nur eine zweiwöchige Pause und sonst arbeiten wir durch.

Das sind immer verschiedene Blöcke mit vier Drehbüchern, die man parallel vorbereiten muss. Deshalb ist es so, dass die Produktions- und Fernsehseite kein Risiko eingehen möchte, also das wir in dieser Zeit noch in einem anderen Projekt arbeiten, weil sich in diesem Zeitraum jederzeit etwas verschieben kann. Also hat dieses Projekt Priorität. Aber es funktioniert ja gut (lacht).

Es ist wahrscheinlich auch eine Erleichterung, trotz der Corona-Krise wieder zudrehen, oder?

Wir haben uns alle sehr privilegiert gefühlt, weil wir während Corona eine ganze Staffel drehen konnten ohne eine Drehpause. Das war wirklich ein Erfolg, für den wir uns alle extrem diszipliniert verhalten haben. Wir sind weder mit einer U-Bahn noch mit einem Aufzug gefahren. Und haben uns natürlich zu Hause zurückgezogen. Das hat gut geklappt und wir waren sehr glücklich darüber.

Was ist es, dass ihr Leben besonders liebenswert macht?

Meine Familie in erster Linie und ich bin unheimlich gerne in der Natur. Natur macht mich glücklich, da spüre ich das Leben unheimlich intensiv.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

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