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Hausmittel gegen Hämorrhoiden: Diese Tipps helfen bei der Behandlung

Hausmittel können bei vergrößerten Hämorrhoiden Wunder bewirken. Welche Maßnahmen wirklich dabei helfen, Hämorrhoiden zu behandeln.

Hausmittel gegen Hämorrhoiden: Diese Tipps helfen bei der Behandlung
Hämorrhoiden können unangenehm und schmerzhaft sein. Foto: Getty Images / Peter Dazeley

Etwa jede/r Zweite, über 50-Jährige, wird ab und zu von vergrößerten Hämorrhoiden geplagt. Das Wort an sich bezeichnet keine Krankheit, sondern schlicht Gefäßpolster am Ende des Mastdarms. Wenn sich das Geflecht von Arterien und Venen allerdings ausweitet und nach außen stülpt, sind Schmerzen die Folge. Diese Tipps helfen dabei, krankhaft vergrößerte Hämorrhoiden erfolgreich zu behandeln.

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Die Gründe für vergrößerte Hämorrhoiden

Frauen sind von diesem Problem häufiger betroffen als Männer. Denn Hauptursache für vergrößerte Hämorrhoiden ist eine Bindegewebsschwäche. Außerdem kommt es bei vielen Frauen während der Schwangerschaft dazu. Zudem spielen Übergewicht, Bewegungsmangel, zu wenig Flüssigkeit sowie ungesunde Ernährungsgewohnheiten eine Rolle. Das Problem: Selbst dann, wenn sie ständig unter schmerzhaftem Brennen, Juckreiz und sogar Blutungen leiden, suchen viele Betroffene aus Scham keinen Arzt auf. Doch unbehandelt verschlimmert es sich oft.

Die verschiedenen Hämorrhoiden-Stadien

Hämorrhoiden werden in unterschiedliche Schweregrade eingeteilt. Dadurch kann der Arzt schlussendlich entscheiden, welche Behandlung die richtige ist. Diese vier Stadien gibt es:

Stadium 1: Die Hämorriden sind äußerlich nicht sichtbar. Der Arzt kann eine mögliche Vergrößerung der Gefäßpolster nur bei einer Untersuchung feststellen. In diesem Stadium macht das Hämorrhoidalleiden oft keine oder nur wenig Probleme. 

Stadium 2: Die Hämorriden sind vergrößert und rutschen durch starkes Pressen beim Stuhlgang aus dem After, anschließend ziehen sich jedoch von selbst wieder zurück.

Stadium 3: Die vergrößerten Gefäßpolster schieben sich beim Stuhlgang oder bei Anstrengungen durch den After und ziehen sich nicht wieder von alleine zurück. In diesem Fall muss der Betroffene mit den Fingern nachhelfen.

Stadium 4: Die Hämorriden lassen sich auch mit den Fingern nicht mehr in den Darm zurückschieben. Dieses Stadium wird auch fixierter Hämorridalprolaps genannt. 

Symptome bei vergrößerten Hämorrhoiden

Wenn Sie Beschwerden beim Stuhlgang oder im Bereich des Afters haben, kann es sich um vergrößerte Gefäßpolster handeln. Dies sind typische Symptome für Hämorrhoiden im fortgeschrittenen Stadium:

  • Blutungen: Bei vergrößerten Hämorrhoiden können die kleinen Blutgefäße leichter einreißen. Wenn es beim Stuhlgang oder unmittelbar danach zu schmerzlosen Blutungen kommt, spricht dies für ein Hämorrhoidalleiden.

  • Stuhlschmieren: Zu Spuren in der Unterwäsche kann es kommen, da die Feinabdichtung des Afters durch die vergrößerten Gefäßpolster beeinträchtigt ist. Neben Stuhlresten kann es sich hierbei auch um Flüssigkeit oder Schleim handeln. 

  • Juckreiz: Durch die von den Gefäßpolstern abgehenden Sekrete wird die empfindliche Haut im Analbereich gereizt. Dies kann zu Afterjucken, Brennen oder einem Nässegefühl führen. 

  • Druck-, Fremdkörpergefühl: Bei einem ausgeprägten Hämorrhoidalleiden rutschen die erweiterten Gefäßpolster aus dem After. Dadurch entsteht oft das Gefühl, dass der Darm nicht richtig entleert wurde. Betroffene haben teilweise das Bedürfnis, ständig auf die Toilette zu gehen.

Je ausgeprägter die Symptome sind, umso weiter ist das Hämorrhoidalleiden bereits fortgeschritten. Da diese Beschwerden jedoch unterschiedliche, zum Teil auch gefährliche Ursachen haben können, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Falls es sich tatsächlich um (stark) vergrößerte Hämorrhoiden handelt, wird er die richtige Behandlung einleiten und Ihnen wird schnell geholfen. In Absprache, können Sie zusätzlich mit Hausmitteln versuchen, die Beschwerden zu mindern. 

Hausmittel gegen Hämorrhoiden

Es gibt eine Reihe von Maßnahmen und Hausmitteln, die dabei helfen können, die Symptome von Hämorrhoiden zu lindern und zu behandeln:

Stuhlregulierung

Um Hämorrhoiden zu behandeln, ist es wichtig, täglich mindestens eineinhalb Liter Wasser oder Tee zu trinken, um Verstopfung und starkes Pressen beim Stuhlgang zu vermeiden. Zudem sollten Sie ausreichend Ballaststoffe wie Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte zu sich nehmen. Das erleichtert die Verdauung. Denn wer infolge einer Verstopfung länger auf der Toilette sitzen und stark pressen muss, erhöht damit den Druck auf das sensible Gewebe.

Neben der ballaststoffreichen Ernährung helfen außerdem folgende Tricks gegen Verstopfung:

  • Flohsamen

  • Rizinusöl

  • Ein Löffel Olivenöl vorm Frühstück

  • Wärme in Form von Kirschkernkissen oder Wärmflaschen

  • Eine kreisförmige Bauchmassage von rechts nach links fördert die Darmtätigkeit

Sitzbäder

Ein Sitzbad in warmem Wasser kann ein wertvolles Hausmittel sein, um Schmerzen und Juckreiz zu lindern. Nach Belieben können Zutaten wie Kamille, Hamamelis, Arnika, Eichenrinde oder Teebaumöl ergänzt werden. Je nach Sensibilität der Haut können diese Stoffe den After teilweise jedoch auch zusätzlich reizen. Achten Sie genau auf die Entwicklung der Schmerzen und des Juckreizes, wenn Sie ein Sitzbad machen. Bei der leichtesten Verschlechterung sollten Sie wieder zu klarem Wasser wechseln. Auf Seife oder Badelotion sollte in jedem Fall verzichtet werden, da die chemischen Inhaltsstoffe den Analbereich zusätzlich reizen.

Hygiene

Eine häufige Ursache für Hämorrhoidalleiden ist die nicht ausreichende Hygiene. Ein simples 'Hausmittel' ist daher, beim Duschen darauf zu achten, die Analregion gründlich mitzuberücksichtigen. Auf Duschgele und Lotionen, die nicht explizit für diese Region gedacht sind, sollten Sie allerdings verzichten. Beim Abtrocknen sollten Sie auf Reiben oder Rubbeln verzichten und lieber vorsichtig tupfend mit dem Handtuch vorgehen.

Nach dem Stuhlgang empfiehlt es sich, regelmäßig Feuchttücher zu benutzen. Wenn Sie diese nicht vertragen, eignet sich auch angefeuchtetes Klopapier.

Die richtige Haltung beim Stuhlgang

Die richtige Beinposition auf dem 'stillen Örtchen' kann ebenfalls bei Hämorrhoidalleiden helfen. Stellen Sie sich beim Stuhlgang einen Hocker unter die Füße. Durch die Erhöhung ist der Darm weniger gequetscht und der Stuhlgang sollte Ihnen leichter fallen. Durch das geringere Pressen vermeiden Sie, dass die vergrößerten Gefäßpolster aus dem After rutschen.

Vermeiden Sie längeres Sitzen

Versuchen Sie, längeres Sitzen zu vermeiden, um den Druck auf die geschwollenen Gefäßpolster zu verringern. Einen aktiveren Alltag schaffen Sie am besten, indem Sie versuchen, die Bewegung Stück für Stück zu integrieren. Wenn Sie zum Beispiel eine Bürotätigkeit ausüben, sollten Sie sich angewöhnen, in Denkpausen aufzustehen und eine Runde durch den Raum zu laufen. Jede kleine Entlastung kann bei Ihrem Hämorrhoidalleiden helfen. 

Hilfe aus der Apotheke bei Hämorrhoidialleiden

Neben klassischen Hausmitteln gibt es natürlich auch Hilfe aus der Apotheke. Besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, was er Ihnen empfehlen kann.

Schmerzmittel

Klassische Schmerztabletten können Ihnen dabei helfen, die Schmerzen zu lindern und unbeschwerter durch den Alltag zu kommen. Vergessen Sie aber nicht, die Ursache der Vergrößerung der Gefäßpolster zusätzlich zu bekämpfen.

Salben und Cremes

Es gibt verschiedene Salben und Cremes, die zur Behandlung von äußeren Hämorrhoiden verwendet werden können, um Schmerzen und Juckreiz zu lindern. Die Salben werden innerhalb des Analkanals angewendet. Denken Sie daran, die Tube im Anschluss zu reinigen. Haben Sie außerdem keine Scheu, Ihrem Apotheker die Beschwerden zu schildern, damit er die passende Salbe für Sie heraussuchen kann. Nicht jede Salbe ist für jedes Stadium geeignet.

Analtampons und Zäpfchen

Auch Analtampons oder Zäpfchen können ein Weg sein, um innere vergrößerte Hämorrhoiden zu behandeln. Auch hier lohnt es sich, sich mit einem Experten darüber auszutauschen, welches Zäpfchen geeignet ist.

So behandeln Sie krankhaft vergrößerte Hämorrhoiden

Was aber, wenn sich trotz aller Bemühungen eine Vergrößerung der Gefäßpolster nicht verhindern lässt? Experten empfehlen eine Behandlung mit einem speziellen Wirkstoff: Quinisocain. Er lindert in nur wenigen Minuten den Juckreiz sowie das schmerzhafte Brennen – und das bis zu acht Stunden lang.

In Ergänzung haben sich Präparate mit Hamamelis, der Zaubernuss, bewährt. Sie bilden eine Schutzschicht, die die Heilung fördert. Ein weiterer Vorteil ist die gute Verträglichkeit. Die Anwendung über einen längeren Zeitraum, um Hämorrhoiden zu behandeln, ist dadurch möglich.

Entfernung der Hämorrhoiden durch einen Facharzt

Die meisten Hämorrhoidalleiden, insbesondere die der Stadien 1 und 2, können mit Hausmitteln oder Mitteln aus der Apotheke binnen kurzer Zeit behandelt werden. Sollten die Symptome jedoch schlimmer werden oder nicht weggehen, sollten Sie einen Proktologen aufsuchen. Dieser hat die Möglichkeiten, die vergrößerten Gefäßpolster folgendermaßen zu behandeln: 

  • Veröden: Bei Hämorrhoiden des ersten oder zweiten Grades kommt diese Behandlung infrage. Mit einem dünnen Röhrchen wird Verödungsflüssigkeit in den Analbereich gespritzt. Hierdurch werden die Gefäßpolster nicht mehr genug durchblutet und sie schwellen ab.

  • Gummibandligatur: Eine Gummiringligatur wird überwiegend im zweiten Stadium angewandt. Ein kleiner Gummiring wird über die äußeren Hämorrhoiden gestülpt, sodass diese nach einiger Zeit absterben und ausgeschieden werden können. 

Bei weiter fortgeschrittenem Hämorrhoidalleiden kann eine Operation vonnöten sein. Mithilfe von Laser, einer Schere oder eines Skalpells werden die Gefäßpolster entfernt. Da die Betroffenen nach so einer Behandlung oft starke Schmerzen und Probleme bei der Darmentleerung haben, wird diese Methode nur angewendet, wenn die Hämorrhoiden klar erkennbar im dritten oder vierten Stadium sind.