Fruchtiger Schnaps

Schlehenlikör selber machen: Rezept + Tipps fürs Ansetzen

Mit diesem Rezept können Sie Schlehenlikör ganz einfach selber machen. Außerdem verraten wir Ihnen, wie Sie Schlehen selber ernten und worauf Sie beim Ansetzen des Likörs und beim Servieren achten sollten.

Schlehenlikör lässt sich ganz einfach selber machen.
Schlehenlikör lässt sich ganz einfach selber machen. Foto: iStock / Andreas Steidlinger

Als Schlehenlikör wird eine Spirituose bezeichnet, die aus Früchten des Schlehendorns (auch Sauerpflaume genannt) besteht. Umgangssprachlich sagt man dazu auch Schlehenschnaps, doch es handelt sich streng genommen - wie in unserem Rezept - meist um einen Likör, da er nicht gebrannt wird (Privatpersonen dürfen keinen Schnaps brennen)*.

Auch spannend:

Der Geschmack von selbst gemachtem Schlehenlikör ist meist angenehm frisch, fruchtig und süßlich. Wirklich lecker! Übrigens schmeckt der Likör süßer, je länger er nach dem Ansetzen steht. Auch die Reife der Schlehen hat einen Einfluss auf den Geschmack - mehr dazu verraten wir Ihnen unter dem Rezept.

Rezept: Die Zutaten für Ihren Schlehenlikör

Für etwa einen Liter benötigen Sie folgende Zutaten:

  • 400 g Schlehen

  • 200 g weißen Kandis

  • 800 ml hochprozentigen Alkohol (Korn oder Wodka)

  • Nach Belieben: Zimtstangen und/oder Vanilleschoten

Zubereitung: So machen Sie Schlehenlikör ganz einfach selber

In der folgenden Anleitung erfahren Sie, wie Sie den Likör richtig ansetzen und zubereiten.

1. Waschen und putzen Sie die Schlehen. Ritzen Sie sie dann mit einem scharfen Messer ein Stück ein oder nehmen Sie eine Nadel, um die Schale an einer Stelle aufzustechen. Wenn Sie die Schlehen vor dem ersten Frost geerntet haben, sollten Sie sie jetzt noch für 24 Stunden in der Tiefkühltruhe lagern. Wir erklären Ihnen weiter unten im Text, warum.

2. Füllen Sie die (aufgetauten) Schlehen in ein verschließbares Glasgefäß. Dieses sollte etwa etwas mehr als einen Liter Füllvermögen haben. Geben Sie den Kandiszucker zu den Früchten, sowie nach Belieben die Vanilleschote und/oder die Zimtstange.

3. Übergießen Sie alles mit dem hochprozentigen Alkohol Ihrer Wahl. Verschließen Sie das Gefäß und lassen Sie den Ansatz an einem kühlen Ort ziehen.

4. Während der Likör zieht, sollten Sie den Ansatz alle zwei Tage aufschütteln.

5. Nach drei bis vier Wochen schmeckt der Likör säuerlich und fruchtig, danach wird er süßer und milder im Geschmack.

6. Wenn Sie den Ansatz nun zum Likör verarbeiten wollen, gießen Sie ihn durch ein feinmaschiges Sieb. Tipp: Legen Sie das Sieb mit einem Baumwolltuch oder einen Kaffeefilter aus, sodass am Ende wirklich keine Stückchen mehr im Schlehenlikör enthalten sind.

7. Füllen Sie den fertigen Schlehenlikör in eine sterilisierte Glasflasche und verschließen Sie sie fest. Die Flasche sollten Sie dann wieder an einem kühlen Ort gelagert werden.

Mögen Sie auch Brombeeren? In diesem Video erfahren Sie, wie Sie Brombeerlikör ganz einfach selber machen können (Artikel geht unter dem Video weiter):

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Neben einem leckeren Likör haben Sie nun auch wunderbare alkoholisierte Früchte. Diese Schlehen Sie auf keinen Fall wegwerfen, denn sie lassen sich gut als Beilage zu einer Kugel Eis oder mit Schokolade überzogen als Praline verwerten.

Wie und wann kann man Schlehen ernten?

Schlehendorn
Den Schlehendorn erkennen Sie an den auffälligen schwarzblauen Früchten. Foto: iStock / hsvrs

Reife Schlehen erkennen Sie daran, dass die Schale bis zum Stielansatz kräftig blauschwarz ist. Das geschieht meist schon im Herbst. Ein Vorteil, wenn man Schlehen bereits vor dem ersten Frost erntet, ist, dass weniger Früchte von Vögeln vernascht wurden. Genau wie Menschen mögen Vögel die leckeren Früchte nämlich ebenso gerne.

Allerdings empfiehlt es sich, die Beeren erst nach dem ersten Frost zu ernten, da bei einmal durchgefrorenen Früchten die Stärke zu Zucker umgewandelt wird. Im Herbst sind die Früchte demnach sehr bitter und im schlimmsten Fall ungenießbar.

Wenn Sie die Schlehen schon vor dem ersten Frost ernten, sollten Sie sie 24 Stunden lang ins Gefrierfach legen, damit die Bitterstoffe entfernt werden.

Schlehenlikör oder Sloe Gin?

Im Grunde genommen sind Schlehenlikör und Sloe Gin sehr ähnlich. Der einzige Unterschied liegt darin, dass beim Sloe Gin 'London dry Gin' als Basisspirituose verwendet. Sie können sich anstelle eines Schlehenlikörs also auch einen Sloe Gin zubereiten. Verwenden Sie dafür einfach unser oben genanntes Rezept und ersetzen Sie den Wodka oder Korn einfach mit 'London dry Gin'.

Tragen Sie beim ersten Ernten der Früchte zur Sicherheit lieber Handschuhe und langärmelige Kleidung. Die Äste des Schlehendorns sind, wie der Name bereits verrät, mit vielen Dornen besetzt. Pflücken Sie die Früchte dann einfach einzeln von den Ästen und verstauen Sie sie in einem mitgebrachten Gefäß.

Meiden Sie Schlehendorn-Sträucher, die unmittelbar nah an viel befahrenen Straßen wachsen: Von den Autoabgasen können sich hier Schadstoffe an den Früchten abgesetzt haben.

Wie trinkt man Schlehenlikör am besten?

Schlehenlikör ist pur ein wahrer Genuss. Sie können ihn also natürlich ganz klassisch nach dem Essen oder der Kaffeezeit mit Kuchen in einem kleinen Glas servieren. Auch als Soße eignet sich der Likör hervorragend und schmeckt besonders gut über einer Kugel Vanilleeis und am besten noch in Kombination mit einer frisch gebackenen Waffel.

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Wie lange ist Schlehenlikör haltbar?

Die Haltbarkeit von selbst zubereiteten Spirituosen ist immer sehr schwer vorhersagbar. Eigentlich ist der Likör durch den enthaltenen Alkohol nahezu unbegrenzt haltbar. Sie sollten immer darauf achten, dass die Flasche luftdicht verschlossen ist - auch wenn diese bereits geöffnet war.

Außerdem empfehlen wir Ihnen, den Schlehenlikör nach sechs Wochen immer zunächst in einer kleinen Menge zu probieren, ehe Sie ihn Ihren Gästen servieren. Wenn der Likör säuerlich schmeckt, raten wir von einem Verzehr der Spirituose ab. Wenn er angenehm süßlich schmeckt, können Sie die selbst gemachte Leckerei gern Ihren Gästen reichen.

Herrlich, ist das lecker!

Zum Weiterlesen:

* Affiiate Link

** Seit dem 1. Januar 2018 dürfen Privatpersonen keinen eigenen Schnaps brennen, sofern sie keine sogenannten Stoffbesitzer sind. Darauf macht der Zoll aufmerksam.