Herpes zoster

Gürtelrose-Impfung: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Eine Impfung gegen Gürtelrose (Herpes zoster) wird vor allem Personen ab 50 Jahren empfohlen. Lesen Sie hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Impfung gegen Gürtelrose.
Eine Impfung gegen Gürtelrose verringert das Risiko einer Erkrankung mit 'Herpes zoster'. Foto: Pornpak Khunatorn / iStock

Eine Gürtelrose, auch 'Herpes zoster' genannt, wird wie Windpocken durch Varizella-Zoster-Viren hervorgerufen. Diese Viren nisten sich in den Nervenzellen im Körper ein und können durch ein geschwächtes Immunsystem im Alter wieder auftreten und einen schmerzhaften Hautausschlag auslösen.

In Deutschland erkranken nach Untersuchungen des Robert Koch-Instituts (RKI) auf Basis von Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen jährlich mehr als 300.000 Personen an 'Herpes zoster'. Davon würden etwa 5 Prozent von ihnen eine Komplikation in Form einer Postherpetischen Neuralgie entwickeln. Am häufigsten seien laut des RKIs ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen davon betroffen.

Um eine Infektion mit Gürtelrose vorzubeugen, empfiehlt die 'Ständige Impfkommission' (STIKO) deswegen seit Mitte Dezember 2018 eine Impfung gegen Gürtelrose. Für wen die Impfung geeignet ist und welche Besonderheiten es zu beachten gibt, lesen Sie hier.

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Noch mehr Informationen rund um 'Herpes zoster' sehen Sie hier (Der Artikel geht unter dem Video weiter):

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Für wen ist die Gürtelrose-Impfung geeignet?

Die STIKO empfiehlt folgenden Personen, sich gegen Gürtelrose zu impfen:

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Welcher Impfstoff wird bei einer Gürtelrose-Impfung verwendet?

Laut Robert Koch-Institut sind in Deutschland zwei Impfstoffe gegen Herpes zoster für Personen ab 50 Jahren zugelassen, seit 2013 ein Lebendimpfstoff und seit 2018 ein Totimpfstoff. "Die Impfserie für den Herpes-zoster-Totimpfstoff besteht aus zwei Impfstoffdosen, die intramuskulär im Abstand von mindestens zwei bis maximal sechs Monaten verabreicht werden. Die Wirksamkeit zum Schutz vor 'Herpes zoster' beträgt ab dem Alter von 50 Jahren 92 Prozent und zum Schutz vor postherpetischer Neuralgie 82 Prozent. Der Schutz vor 'Herpes zoster' nimmt mit zunehmendem Alter leicht ab, er beträgt bei den über 70-Jährigen noch circa 90 Prozent", heißt es auf der Seite des RKIs.

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Der Herpes-zoster-Lebendimpfstoff werde von der STIKO aufgrund der eingeschränkten Wirksamkeit und seiner begrenzten Wirkdauer nicht für die Standardimpfung empfohlen, erklärt das RKI. Außerdem sei der Lebendimpfstoff nicht zur Impfung von Personen mit einem geschwächten Immunsystem geeignet.

Die Impfung mit dem Herpes-zoster-Totimpfstoff sei allerdings sicher. In den Zulassungsstudien gäbe es außerdem kein Signal für schwere Nebenwirkungen.

Wie gefährlich ist eine Gürtelrose-Impfung?

Eine Gürtelrose kann mehr als einmal im Leben auftreten, auch wenn Sie bereits als Kind an Windpocken erkrankt waren. Die Viren werden häufig über eine Tröpfcheninfektion weitergegeben, zum Beispiel durch Husten oder Niesen.

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Eine Impfung gegen 'Herpes zoster' kann das Risiko verringern, sich mit der Erkrankung anzustecken. Sie kann allerdings nicht dabei helfen, eine bestehende Erkrankung zu heilen. Wie bei anderen Impfungen auch, können bei der Gürtelrosenimpfung einige Nebenwirkungen auftreten.

Welche Nebenwirkungen können bei der Gürtelrose-Impfung auftreten?

Ähnlich wie bei anderen Impfungen können nach Untersuchungen des RKIs Lokalreaktionen wie zum Beispiel Schmerzen an der Injektionsstelle, Rötungen und Schwellungen auftreten. Ebenso kann es zu Reaktionen wie Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Myalgie bei etwa jeder zehnten geimpften Person kommen. Die Impfreaktionen seien jedoch nur von kurzer Dauer und würden in etwa ein bis zwei Tage anhalten.

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Was kostet eine Spritze gegen Gürtelrose?

Seit dem 1. Mai 2019 ist die Gürtelrosenimpfung eine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkasse. Das bedeutet, die Krankenkassen sind verpflichtet, die Kosten der Impfung für die oben genannten Personengruppen zu übernehmen. Auch private Krankenkassen zahlen in der Regel die Impfung.

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Die Impfempfehlung und Kostenübernahme gelten allerdings nicht für den ebenfalls erhältlichen Lebendimpfstoff.

Wann kann eine Gürtelrose-Impfung verabreicht werden?

Die Mehrheit der Erwachsenen in Deutschland hatte im Laufe ihres Lebens eine Windpockenerkrankung. Aus diesem Grund ist es bei einer Gürtelrosenimpfung mit dem Totimpfstoff nicht nötig einen Nachweis einer Windpocken-Erkrankung vorzuzeigen.

Anders verhält es sich bei einer bevorstehenden Therapie, die das Immunsystem unterdrückt. Da sollte zuvor ein Bluttest zur Prüfung, ob Sie bereits an Windpocken erkrankt waren, gemacht werden. Zeigt dieser an, dass Sie keine Windpocken hatten, ist eine Impfung gegen Windpocken vor der Impfung gegen Gürtelrose sinnvoll.

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Die STIKO empfiehlt auch Personen, die bereits an 'Herpes zestor' erkrankt waren eine Impfung, denn so kann das Risiko an einer Gürtelrose zu erkranken verringert werden.

Wie lange hält die Gürtelrose-Impfung?

Wie lange der Impfschutz nach einer Impfung mit dem Totimpfstoff wird noch erforscht. Bisherige Ergebnisse zeigen aber, dass der Impfschutz gegen Gürtelrose bis zu vier Jahre lang halten kann und dann nur leicht abnimmt (von etwa 98 auf 88 Prozent). Weitere Studien belegen, dass der Schutz sogar noch länger anhält.

Kann die Gürtelrose-Impfung parallel zur Grippeimpfung verabreicht werden?

Eine Impfung gegen Gürtelrose mit dem Totimpfstoff kann gleichzeitig mit einem inaktiven Standard-Grippeimpfstoff ohne Wirkverstärker verabreicht werden.

Zur zeitgleichen Impfung mit anderen Impfstoffen, wie zum Beispiel dem für Personen ab 60 Jahre empfohlenen Hochdosis-Impfstoff gegen Grippe, liegen bisher keine Studienergebnisse vor.

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