Gartenschädlinge loswerden

Wühlmausgift: tierfreundliche Alternativen ohne zu töten

Wühlen sich die kleinen Nager durch Ihren Garten, sollte Wühlmausgift die allerletzte Lösung sein. Wir zeigen Ihnen tierfreundliche Alternativen.

Eine Wühlmaus im Garten
Mit unseren tierfreundlichen Tipps werden Sie den kleinen Nager garantiert auch ohne Wühlmausgift los. Foto: Frank Fichtmüller / iStock

Wie wirkt Wühlmausgift?

Grundsätzlich wird bei der Verwendung von Wühlmausgift zwischen Produkten in Köderform oder Wühlmausgiftgas unterschieden. Zum Wühlmausgiftgas sei zu sagen, dass dieses die Wühlmaus nur vertreibt und nicht tötet - und damit ist diese die weitaus tierfreundlichere Alternative unter den handelsüblichen Mitteln gegen Wühlmäuse.

Wühlmausgift ist keine Lösung

Bei einem Wühlmausgift kommen hingegen Wirkstoffe wie Zinkphosphid oder Coumatetralyl zum Einsatz - chemische Verbindungen, welche für eine schnelle, effektive Bekämpfung der Wühlmäuse sorgen, jedoch mit Vorsicht zu genießen sind. So schaden Sie bei unsachgemäßer Verwendung und nachlässigem Auslegen nicht nur den Wühlmäusen, sondern auch anderen Gästen in Ihrem Garten, wie etwa Hunden, Katzen oder Maulwürfen. Sollten Sie sich entgegen unserer Empfehlung und einer tödlichen Wirkung für die kleinen Nager dennoch für einen Wühlmausgift-Köder entscheiden, wenden Sie sich an einen professionellen Kammerjäger. Entsprechende Sicherheitsvorkehrungen sind bei der Verwendung von Wühlmausgift entscheidend, schließlich haben wir es hier mit hochgradig giftigen Substanzen zu tun.

Wühlmausgift ist mit Vorsicht zu geniessen

Zinkphosphid greift das Nervensystem der Wühlmaus an und wirkt nach etwa ein bis drei Stunden. Coumatetralyl hemmt die Blutgerinnung der Wühlmäuse und sorgt dafür, dass die Tiere langsam ausbluten. Dieser Prozess zieht sich über Tage. 

Auch sprechen wir uns gegen die Verwendung von Wühlmausfallen aus, da diese, sofern nicht korrekt ausgelegt, den Tötungsprozess enorm in die Länge ziehen können und tierschutzrechtlich generell zu hinterfragen sind. Zudem tappt auch der in Deutschland geschützte Maulwurf leicht in diese Art von Fallen. 

Tipp: Wühlmäuse und Maulwürfe können sich im wahrsten Sinne des Wortes nicht ausstehen: So frisst der Maulwurf den Nachwuchs der kleinen Nager, sobald sich eine Gelegenheit bietet. Haben Sie in Ihrem Garten einen Maulwurf, so ist dieser eine natürliche Abwehr gegen Wühlmäuse und ein deutliches Zeichen gegen einen möglichen Befall. 

Wühlmausgift in Köderform: Tierschutzrechtlich zu hinterfragen und nur bedingt effektiv

Neben den bereits erwähnten chemischen Substanzen bestehen Fressköder meist aus Getreide- oder Gemüsesorten, welche die Wühlmäuse anlocken. Doch gerade in den Sommermonaten ist die Wühlmaus nahrungstechnisch bestens versorgt - und lässt sich von einem ausgelegten Fressköder daher mitunter nicht so leicht beeindrucken oder gar anlocken.

Verlässlich und nicht tödlich: in letzter Instanz lieber auf Wühlmausgift-Gas setzen

Das Wühlmausgift-Gas hingegen kann das ganze Jahr über in Ihrem Garten angewendet werden und ist hier deutlich im Vorteil - vor allem, wenn die Wühlmäuse erst im Frühsommer bemerkt werden, können große Schäden noch verhindert werden. Weiter tötet dieses Wühlmaus-Gift die Tiere nicht, was für uns der ausschlaggebende Vorteil ist. 

Das effektive Giftgas im Kampf gegen die Wühlmäuse besteht aus Karbid. Kommt dieses in der Erde mit Feuchtigkeit in Berührung, entsteht ein strenger, unangenehmer Geruch, welcher die Wühlmäuse vertreibt. Bei der Verwendung wird der mit Karbid gefüllte Beutel tief in den Bau der Wühlmaus geschoben - damit die Wühlmaus den Garten auch verlassen kann, wird natürlich stets ein Gang freigelassen. 

Schadet Wühlmausgift auch anderen Tieren?

Ja, bei falscher Anwendung ist Wühlmausgift in Köderform auch gefährlich für andere Tiere, wie etwa für Hunde, Katzen oder andere Gartenbewohner.

Nagerfrei ohne Wühlmausgift: Die besten Alternativen für eine tierfreundliche Bekämpfung

Barrieren schaffen: Ein Drahtkorb gegen die Wühlmäuse

Drahtkorb statt Köder? Ja, Drahtkröbe oder spezielle Wühlmausgitter sind ein sehr guter Weg, um der Wühlmaus den freien Gang zu Ihren Pflanzen zu versperren. Um die Pflanzenwurzeln gelegt, schützt der Drahtkorb Hochbeete und Obstbäume verlässlich vor der Wühlmaus und sorgt für eine zufriedenstellende Ernte. 

Den Garten mit System bepflanzen

Achten Sie beim Anlegen Ihres Gartens darauf, genug Wildkräuter zu pflanzen - so ist die Wühlmaus gut abgelenkt und frisst sich an diesen satt und lässt Ihre Obstbäume links liegen. Weiter sorgen stark riechende Pflanzen wie Knoblauch dafür, dass die Wühlmaus fern bleibt - starke Gerüche kann sie nicht ausstehen. 

Auf natürliche Feinde setzen

Fuchs, Mauswiesel oder Marder - sie alle lieben die Wühlmaus und fangen sie gerne, sofern sich die Gelegenheit bietet. Ein passierbarer Zaun muss also nicht immer schlecht sein. Einer der Hauptfeinde der Wühlmäuse ist der in Deutschland geschützte Maulwurf - diese zwei Tierarten mögen sich gar nicht, da der Maulwurf mit Vorliebe die kleinen Jungen der Wühlmaus frisst. Ein Garten mit Maulwurf ist also meist auf ganz natürliche Weise wühlmausfrei. 

Hausmittel statt Köder

Neben einer vorausschauenden Bepflanzung sind Hausmittel eine verlässliche, tierfreundliche Methode, die Wühlmaus loszuwerden. Eines der beliebtesten Mittel ist Buttermilch, welche vergoren an den Gang gegossen wird.

Mehr Tipps gegen Schädlinge

Es gibt noch mehr kleine Plagegeister als Fruchtfliegen & Co - unsere Tipps helfen zum Glück schnell weiter:

Ameisenköder | Alternativen zu Mäusegift | Brotkäfer bekämpfen | Staubläuse | Das hilft gegen Silberfische | Wespen vertreiben |

Lebendfalle - die tierfreundliche Maßnahme gegen kleine Nager

Von der Verwendung eines tödlichen Gifts oder tödlichen Fallen raten wir Ihnen aus tierschutzrechtlichen Gründen ausdrücklich ab. Eine tierfreundliche Alternative für kleine Nager stellen sogenannte Lebendfallen dar. In diese werden die kleinen Gartenbewohner mittels eines Köders hineingelockt und die Klappe schnappt zu - Luftlöcher sorgen dafür, dass die Wühlmaus überlebt und anschließend wieder in der Natur ausgesetzt werden kann. Als Köder für die Wühlmaus haben sich hier Karotte oder Sellerie sehr bewährt.

Auf das Ökosystem vertrauen

Nicht zuletzt gilt es bei einem Befall durch Wühlmäuse Ruhe zu bewahren. Natürlich ist es im höchsten Maße ärgerlich, wenn der kleine Nager den schön angelegten Garten umgräbt - doch hat auch die Wühlmaus ihre Stellung und Aufgabe in unserem Ökosystem und sollte daher auf keinen Fall durch Menschenhand getötet werden.

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