Haarige Angelegenheit

Fellwechsel beim Hund: Die richtige Pflege und Unterstützung

Zweimal im Jahr steht bei den meisten Hunden der Fellwechsel an. Wir verraten Ihnen, wie Sie Ihre Fellnase dabei unterstützen können. 

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Fellwechsel beim Hund
Der Fellwechsel ist für unsere Vierbeiner eine anstrengende Zeit, bei der sie unsere Unterstützung gebrauchen können. Foto: Iuliia Zavalishina / iStock

Wann beginnt bei Hunden der Fellwechsel?

Der Fellwechsel ist bei den meisten Hunden eine ziemlich haarige Angelegenheit. Besonders im Frühjahr können wir unserem Vierbeiner nahezu täglich massenweise lose Haare aus dem Fell bürsten und es scheint einfach kein Ende zu nehmen. Das ist aber auch gut so, denn wenn die Tage wieder länger werden und wir wieder mehr Licht und Sonne tanken können, steigen auch die Temperaturen und der Hund bereitet sich auf sein Sommerfell vor. Ab Ende März sollten wir also Bürsten und Staubsauger bereithalten, denn April und Mai sind die haarreichsten Monate.

Was viele nicht wissen: Auch im Herbst kommt es noch mal zum Fellwechsel, denn das dünne Sommerfell wird durch dichtes Winterfell mit warmer Unterwolle getauscht, damit der Hund im Winter nicht friert. Das Fell wird also keineswegs nur dicker. In den Monaten September, Oktober und November wird daher das Sommerfell abgestoßen und ein dichtes Winterkleid gebildet.  

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Wie lange dauert der Fellwechsel?

Bei einem gesunden Hund dauert der Fellwechsel rund sechs bis acht Wochen. Allerdings ist je nach Rasse und Alter des Hundes mit einem etwas längeren oder kürzeren Fellwechsel zu rechnen. Verlangsamt sich im Alter der Stoffwechsel des Hundes, ist er in der Regel auch etwas länger mit dem Wechsel seines Haarkleides beschäftigt und benötigt eine besondere Unterstützung, die ihm die anstrengende Zeit ein wenig erleichtert.

Auch der Hormonhaushalt des Hundes kann eine Rolle spielen. So sollen kastrierte Rüden und Hündinnen vor der Läufigkeit zum Beispiel deutlich mehr und auch das ganze Jahr über haaren.

Bei Welpen dauert der erste Fellwechsel etwas länger. Das weiche Welpenfell wird vollständig durch Erwachsenenfell ersetzt. Dies kann bereits ab dem dritten Monat beginnen, bei einigen Rassen aber auch erst später.

Sehen Sie im Video, welche häufigen Fehler bei der Hundeerziehung gemacht werden: (Der Artikel geht unter dem Video weiter)

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Wie viel Fell verliert mein Hund?

Wie viel Fell der Hund beim Fellwechsel verliert, ist stark von seiner Rasse und der damit verbundenen Fellbeschaffenheit abhängig. Langhaarige Rassen, die dazu noch eine dichte Unterwolle haben, beginnen meist früher mit dem Haaren und es scheint, als könne man aus den Fellresten einen ganzen Pulli stricken. Kurzhaarige Hunde, die aufgrund ihrer ursprünglichen Herkunft keine kälteisolierende Unterwolle haben, verlieren natürlich auch weniger Fell. In unseren Breitengraden beginnen sie jedoch schnell zu frieren und müssen daher warm eingepackt werden, bevor es nach draußen geht.

Nicht zu vergessen sind auch die Hunderassen, die als besonders allergikerfreundlich gelten, weil sie im Grunde gar nicht haaren. Da sich ihr Fell jedoch permanent in der Wachstumsphase befindet, ist ein regelmäßiger Besuch beim Hundefriseur oder eine Schur in den Sommermonaten unerlässlich.

In der folgenden Tabelle erfahren Sie mehr über die Beschaffenheit des Hundefells und wie sie sich auf die Dauer des Fellwechsels auswirkt, sowie Tipps für das passende Pflegewerkzeug:

Verschiedene Felltypen beim Hund:

Felltyp

Fellbeschaffenheit/-strukur

Ungefähre Dauer des Fellwechsels

Empfohlenes Pflegewerkzeug

Stockhaar

Kurze (3-4 cm) oder lange (5-10 cm) Haare mit Unterwolle (Doppelfell); Das Fell ist Sommer deutlich dünner.

6-8 Wochen, Unterwolle wird nahezu komplett abgestoßen und bildet sich im Herbst neu.

Fellkamm, Pflegebürste, Noppenbürste (Massagestriegel), Unterwollharke

Langhaar mit Unterwolle

Lange (7-20 cm) Haare, meist glatt mit deutlich kürzerer Unterwolle.

6-8 Wochen

Fellkamm, Entfilzungsharke, Unterwollharke

Langhaar ohne Unterwolle

Langes (7-20 cm) Deckhaar, meist wenig oder keine Unterwolle.

Bis zu 6 Wochen, weil nicht so viel Unterwolle abgestoßen werden muss.

Fellkamm, Pflegebürste

Kurzhaar

Glattes Fell mit kurzen (1-2 cm) Deckhaaren, viel, wenig oder keine Unterwolle möglich.

4-6 Wochen, je nach Menge der Unterwolle.

Pflegebürste, Noppenhandschuh (Massagehandschuh)

Wellhaar

Lockiges Langhaar, meist ohne Unterwolle.

Je nach Menge der Unterwolle bis zu 4 Wochen. Bei einigen Rassen findet kaum Fellwechsel statt und das Fell muss im Sommer geschoren werden.

Fellkamm, Schermaschine, Entfilzungsharke

Rauhaar

Mittellanges, festes, wasserabweisendes Fell mit dichter kurzer Unterwolle (Drahthaar).

Individuelles Haarverhalten. Meist verbleiben abgestorbene Haare im Fell und müssen ausgezupft werden.

Zupfbürste, Noppenbürste, Unterwollharke

Die richtige Pflege im Fellwechsel

Je nach Fellbeschaffenheit Ihres Hundes, unterscheiden sich Pflegeaufwand und Pflegewerkzeug. Hat Ihr Hund langes, dichtes oder lockiges Fell mit viel Unterwolle, sollte er im Fellwechsel bis zu viermal in der Woche gebürstet und von losen Haaren befreit werden, damit das Fell nicht verfilzt und bei der Pflege versehentlich ausgerissen wird. Außerdem fördert die regelmäßige Fellpflege die Durchblutung und erleichtert die Neubildung der Haare.

Die passenden Fellwechselhelfer stellen wir Ihnen hier noch einmal vor. Außerdem können Sie sich auch an den Empfehlungen aus der Tabelle orientieren. Bitte bedenken Sie dabei immer, dass selbst das beste Pflegewerkzeug Ihnen nicht weiter hilft, wenn Ihre Fellnase sich damit nur ungern kämmen lässt.

Zupfbürste für die Fellpflege.
Mit einer Zupfbürste können dichte Unterwolle und abgestorbene Haare aus dem Fell entfernt werden. Foto: sonsam / iStock

Juckt das Fell im Fellwechsel, kann der Massagestriegel mit Gumminoppen die richtige Wahl sein, um die Haut zu massieren und Fell zu lösen. Ein Hund mit empfindlicher Haut wird sich hingegen deutlich mehr über eine weiche Pflegebürste freuen. Viel Unterwolle lässt sich am besten mit einer Unterfellbürste mit kleinen Zacken entfernen. Ist das Fell sehr dicht und bereits an einigen Stellen verfilzt, kann eine Entfilzungsharke Abhilfe schaffen. Lockiges oder sehr langes Fell ist am besten mit einem Fellkamm zu entwirren, eine Zupfbürste befreit Ihren Hund von bereits abgestorbenem, aber noch festsitzendem Fell. Der Pflegehandschuh ist bei mittellangem Fell ein tolles Werkzeug, weil er nicht nur loses Fell entfernt, sondern Ihren Vierbeiner auch noch massiert. Diese Pflegewerkzeuge und Bürsten helfen Ihnen beim Fellwechsel:

Kann ich den Fellwechsel meines Hundes beschleunigen?

Der Fellwechsel ist nicht nur für Hundebesitzer*innen lästig, weil sich eigentlich das ganze Jahr über an Möbeln, Kleidung oder im Auto noch Haare finden lassen, sondern auch für den Hund eine kräftezehrende Zeit. Es liegt also die Frage nahe, ob und wie sich dieser Prozess beschleunigen lässt. Die für viele eher unbefriedigende Antwort lautet jedoch, dass sich der Fellwechsel in der Regel nicht verkürzen lässt, weil er von vielen naturgegebenen Faktoren abhängt. Mit der richtigen Pflege und Ernährung können Sie Ihren Vierbeiner jedoch sinnvoll unterstützen und ihm dadurch den Wechsel seines Haarkleides so erträglich wie möglich machen.

Wie bereits erwähnt, sollte der Hund in den entsprechenden Monaten ca. drei- bis viermal besser noch täglich gebürstet werden. Diese Angabe ist natürlich sehr individuell und auch Neubesitzer werden schnell dahinterkommen, welcher Pflegerhythmus sich am besten eignet.

Ein positiver Nebeneffekt: Wurde der Hund bereits frühzeitig an das Bürsten gewöhnt und genießt die zusätzliche Pflege- und Massageeinheit, stärkt das die Bindungen zwischen Ihnen und Ihrer Fellnase. Ein weiterer Vorteil der täglichen Fellpflege ist, dass nicht nur Parasiten wie Flöhe oder Zecken, sondern auch Hautkrankheiten oder Ekzeme schnell erkannt und behandelt werden können.

Lesen Sie auch diesen Artikel: Hund barfen: Was bei der Rohfütterung bedacht werden sollte

Mit der richtigen Ernährung unterstützen

Neben der Fellpflege spielt auch die Ernährung eine große Rolle, denn mit einer ausgewogenen Fütterung und passenden Ergänzungspräparaten lässt sich der Fellwechsel ebenfalls positiv beeinflussen. Um den Haut- und Haarstoffwechsel zu fördern, benötigt der Hund hochwertige Eiweiße. Proteine fördern die Produktion von Keratin, ein Hauptbestandteil des Hundehaares.

Tipp: Hundekausnacks vom Fisch oder aus Insekten sind ausgezeichnete Eiweißlieferanten.

Außerdem gilt auch für Hunde, dass B-Vitamine, Biotin und Zink sich positiv auf Haut und Haare auswirken. Die Fütterung von Bierhefe und einem Zinkpräparat kann daher hilfreich sein. Damit die Haut den Fellwechsel möglichst schuppenfrei übersteht und zu einem glänzenden Fell beiträgt, können essentielle Fettsäuren in Form von natürlichen Ölen ebenfalls unterstützend wirken. Besonders bewährt haben sich hier Öle, die Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren enthalten. Die tägliche Gabe von bis zu einem Esslöffel Leinöl, Hanföl oder Lachsöl kann helfen. Lassen Sie sich im Futterfachhandel oder bei Ihrem Tierarzt beraten, wenn Sie weitere Fragen zu Präparaten oder der jeweiligen Dosierung haben.

Probleme beim Fellwechsel: Juckreiz, Schuppenbildung und Co.

Für Hundebesitzer*innen lohnt es sich, Start und Ende der beiden Fellwechsel in einem Gesundheitstagebuch zu dokumentieren. Auch wenn der genaue Zeitpunkt immer auch durch äußere Umstände wie Lichtverhältnisse und Temperatur beeinflusst wird, kann eine Abweichung ein erster Hinweis auf einen Nähr- oder Mineralstoffmangel oder eine Erkrankung sein.

Weitere Indizien für Probleme beim Fellwechsel sind starker Juckreiz, Schuppenbildung oder übermäßiger Haarverlust. Es ist nicht selten, dass der Hund während des Fellwechsels unter trockener Haut leidet, sich Schuppen bilden und das abgestoßene Fell und die Hautreste zu jucken beginnen. Wenn Sie einen Befall mit Ektoparasiten ausschließen können, kann die Anwendung eines rückfettenden Hundeshampoos und die regelmäßige Fellpflege schnell Abhilfe schaffen.

Wann sollte ich einen Tierarzt aufsuchen?

Ist das Fell Ihres Hundes stumpf, glanzlos, fettig oder weist kahle Stellen und/ oder entzündete Hautpartien auf, sollten Sie umgehend einen Tierarzt zurate ziehen. Auch wenn nur ein in der Regel harmloser Parasitenbefall die Ursache ist, handelt es sich um einen behandlungsbedürftigen Befall, der den Hund zusätzlich schwächt und ihn anfälliger für Krankheiten macht.

Meist gehen die oben genannten Anzeichen mit Symptomen wie Juckreiz oder Abgeschlagenheit einher. Einige Hunde lecken sich auffallend oft das Fell oder verströmen einen unangenehmen Geruch.

Neben einem Parasitenbefall kann auch eine allergische Reaktion, ein Hautpilzbefall oder eine Stoffwechsel- oder Nierenerkrankung hinter dem unnatürlichen Haarausfall stecken. Auch Stress oder ein aus dem Gleichgewicht geratener Hormonhaushalt können die Probleme verursachen. Der Tierarzt kann der Ursache zum Beispiel mit einem Blutbild auf den Grund gehen und die weiteren Behandlungsschritte einleiten.

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